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Jagd

Kanton Freiburg: Waldschnepfenjagd trotz Roter Liste

Historisch gesehen wurden, bestimmte bedrohte – oder aufgrund des Drucks durch den Menschen bereits verschwundene – Vogelarten im Kanton Freiburg gejagt.

Redaktion Wild beim Wild — 11. Januar 2024
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Bedrohte Vogelarten historisch bejagt

So wurden legale Abschüsse des Auerhuhns durch Hobby-Jäger im Kanton Freiburg im Jahr 1953 abgeschafft, die Hobby-Jagd auf das Haselhuhn 1962, auf das Birkhuhn 1976 und die Jagd auf das Rebhuhn wurde dank Aussetzungen bis 1987 fortgesetzt, bevor sie, leider erst nach dem Verschwinden der Art, verboten wurde.

Die Waldschnepfe ist eine von 50 Prioritätsarten für Artenförderung, für deren Erhaltung und Förderung in der Schweiz besondere Massnahmen ergriffen werden müssen. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten wird sie als «verletzlich» aufgeführt, ist aber in der Schweiz und im Kanton Freiburg weiterhin jagdbar.

Derzeit darf die Waldschnepfe im Kanton Freiburg vom 15. Oktober bis zum 14. Dezember bejagt werden. Dies geschah im Kanton im Jahr 2022 76 Mal, schweizweit 1’805.

Einziger europäischer Watvogel im Wald

Es handelt sich um den einzigen europäischen Watvogel, der ausschliesslich im Wald lebt. Da sie am Boden brütet, ist die Waldschnepfe besonders anfällig und empfindlich gegenüber Störungen im Wald aufgrund von Aktivitäten der Hobby-Jäger. In der Schweiz ist der Bestand seit 1990 rückläufig. Als Brutvogelart ist sie bereits aus dem Mittelland verschwunden. In den Voralpen ist sie noch gut vertreten, aber aus mehreren Gebieten, in denen sie vor 30 Jahren brütete, ist sie verschwunden. Im Kanton Freiburg brütet die Waldschnepfe nicht mehr unterhalb von 1’000 m Höhe.

In unserem Land werden jedes Jahr mehr als 1’400 Waldschnepfen geschossen. Alle deutschsprachigen Kantone hoben die Jagd auf die Waldschnepfe auf, da der Bestand bedrohlich stark zurückging. In Freiburg werden jedoch jedes Jahr durchschnittlich etwa 100 Schnepfen erlegt, obwohl die Jagd auf die Schnepfe keine lokal verankerte Tradition hat. Die Jagd auf die Waldschnepfe findet im Oktober bis 14. Dezember statt, um unsere einheimischen Waldschnepfen zu schonen, die zu dieser Zeit eigentlich bereits weggezogen sein sollten. Nun ist aber erwiesen, dass die in der Schweiz brütenden Schnepfen ebenfalls zu den erlegten Tieren gehören. Eine vom Bund zwischen 2015 und 2018 durchgeführte Studie (Bohnenstengel et al. 2020, Projet national sur la Bécasse des bois) zeigte die negativen Auswirkungen der Jagd auf die Brutpopulation in der Schweiz. Laut dieser Studie befindet sich die Mehrheit unserer Schnepfen Ende Oktober, wenn die Jagdzeit beginnt, noch in der Schweiz, und viele von ihnen werden dann geschossen.

Staatsrat will Tradition über Artenschutz stellen

Der Staatsrat ist sich der Problematik bewusst. Er sieht jedoch keine Abschaffung der Schnepfenjagd im Kanton Freiburg vor, sondern eine Anpassung der Hobby-Jagd ab 2024. Ziel ist es, die einheimische Population gemäss den eidgenössischen Empfehlungen besser zu schützen und gleichzeitig eine Weiterführung dieser traditionsreichen Jagd zu gewährleisten, schreibt 20min.ch.

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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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