Kaninchenleid auf spanischen Farmen enthüllt
Spanien ist Europas grösster Produzent von Kaninchenfleisch. Eine Undercover-Recherche enthüllt katastrophale Haltungsbedingungen auf den Farmen.
Trotz eines deutlichen Rückgangs des Verbrauchs von Kaninchenfleisch ist Spanien weiterhin führend in der Produktion und im Verbrauch in Europa, gefolgt von Italien und Frankreich.
Kaninchen sind derzeit das am zweithäufigsten gezüchtete und geschlachtete Tier für den menschlichen Verzehr in der EU, wobei jedes Jahr 180 Millionen Kaninchen getötet werden. In einer neuen Undercover-Untersuchung verschaffte sich AnimaNaturalis Zugang zu 10 Farmen in Castilla y León, Katalonien, Aragón und Castilla-La Mancha – einige der Regionen mit der höchsten Konzentration von Kaninchenfarmen im Land.
Sie entdeckten beklagenswerte Bedingungen und die Nichteinhaltung von Tierschutzvorschriften. Die Bilder und das Filmmaterial zeigen das Leiden der Tiere während des gesamten Produktionszyklus, von der Muttertierhaltung über die Aufzucht bis hin zur Mästung.
Unsere Nachforschungen liefern unbestreitbare Beweise dafür, dass der Kaninchensektor auf einem grausamen System basiert, das weit von jedem minimal akzeptablen Standard des Tierschutzes entfernt ist. Die Käfighaltung an sich hindert die Kaninchen daran, ihre natürlichen Verhaltensweisen zu entwickeln, was ihnen während ihres gesamten Lebens ein hohes Mass an physischem und psychischem Leid verursacht.
Aïda Gascón, Direktorin, AnimaNaturalis
Im Jahr 2020 berichtete die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, dass spanische Betriebe das schlechteste Produktionssystem in Bezug auf den Tierschutz anwenden und dass 20 % der Kaninchen sterben, bevor sie die Schlachthöfe erreichen.
Die europäische Bürgerinitiative «Schluss mit der Käfighaltung“, die mehr als 1,2 Millionen Unterschriften erhielt, machte deutlich, dass die Bürger ein Ende der grausamen landwirtschaftlichen Praktiken fordern, bei denen die Tiere den grössten Teil ihres Lebens in Käfigen verbringen.

Kaninchen sind besonders gefährdet, da es für sie keine speziellen Schutzvorschriften gibt. Ihre Situation könnte sich jedoch bald ändern, wenn die Europäische Kommission ihr Versprechen einhält, die Tierschutzvorschriften in den kommenden Monaten wie geplant zu überprüfen.
Nach der Untersuchung prangert AnimaNaturalis die Misshandlung von Millionen von Kaninchen in Spanien an und fordert die Behörden auf, unverzüglich Vorschriften zu ihrem Schutz und zur Gewährleistung eines Mindestmasses an Wohlbefinden zu erlassen.
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