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Tierwelt

Delfin in Florida positiv auf Vogelgrippe getestet

In einer unerwarteten und besorgniserregenden Entwicklung haben Forscher kürzlich bei einem grossen Tümmler in Florida das hochpathogene Vogelgrippevirus (HPAIV) diagnostiziert.

Redaktion Wild beim Wild — 30. April 2024

Diese Diagnose ist der erste dokumentierte Fall dieses Virus bei einem Wal in Nordamerika und deutet auf eine erhebliche Ausweitung des bekannten Spektrums von Säugetieren hin, die für die Vogelgrippe empfänglich sind.

Vogelgrippe bei Delfinen

Die Situation wurde entdeckt, nachdem ein Rettungsteam für Meerestiere auf einen Notfall mit einem Delfin in Not in Dixie County, Florida, reagiert hatte. Leider überlebte der Delfin nicht, und nach seinem Tod wurde von Forschern eine umfassende Autopsie durchgeführt, um die Ursache zu ermitteln.

Während der Autopsie entnahmen die Wissenschaftler mehrere Gewebeproben aus verschiedenen Körperteilen des Delfins, einschliesslich des Gehirns, für eine detaillierte Laboranalyse. Diese Proben wurden zunächst von einem örtlichen zoologischen Diagnoselabor analysiert, das Tests durchführte, um andere mögliche Krankheiten auszuschliessen, die den Zustand des Delfins verursacht haben könnten.

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Nachdem andere Krankheiten ausgeschlossen worden waren, wurden weitere Tests im Bronson Animal Disease Diagnostic Laboratory durchgeführt. Dort wurde das hochpathogene Vogelgrippevirus (HPAIV) in den Lungen- und Hirngeweben des Delfins nachgewiesen, ein wichtiger Befund, der darauf hindeutet, dass das Virus auch andere Arten als Vögel infizieren kann.

Identifizierung des unsichtbaren Feindes

Das National Veterinary Services Laboratory legte eine detaillierte Klassifizierung des im Delfin identifizierten Virus vor und gab an, dass es sich um das hoch pathogene Vogelgrippevirus A (H5N1) handelt, das zum HA-Klon 2.3.4.4b gehört. Dieser spezielle Subtyp ist bekannt für seine hohe Virulenz und seine bemerkenswerte Fähigkeit, Artengrenzen zu überwinden, was ihn zu einem ernsthaften Problem für die Gesundheit von Tieren und möglicherweise auch von Menschen macht.

Um dies weiter zu untersuchen, wurde das Virus einer zusätzlichen Prüfung in einem Labor der Biosicherheitsstufe 3 unterzogen.

Labors dieser Stufe sind für den Umgang mit Krankheitserregern ausgerüstet, die durch Einatmen schwere oder potenziell tödliche Krankheiten hervorrufen können, und bieten somit eine sichere und kontrollierte Umgebung für Forscher. In dieser Umgebung konnten die Wissenschaftler intensivere und detailliertere Untersuchungen der Eigenschaften des Virus durchführen.

In dieser fortschrittlichen Laborumgebung konnten die Forscher komplizierte Studien durchführen, die eine genetische Sequenzierung und eine Analyse des viralen Verhaltens unter verschiedenen Bedingungen umfassten. Ziel dieser Aktivitäten war es, ein klareres Bild davon zu erhalten, wie das Virus Zellen infiziert, sich repliziert und sich zwischen Wirten ausbreitet.

Das Verständnis dieser Aspekte ist entscheidend für die Entwicklung wirksamer Bekämpfungsmassnahmen und die Vorhersage möglicher künftiger Ausbrüche, die andere Arten betreffen könnten. Die Arbeit in dieser verbesserten Biosicherheitsumgebung war der Schlüssel zu einem tieferen Verständnis der einzigartigen Merkmale des H5N1-Virus, das im Delfin gefunden wurde.

Das Geheimnis entschlüsseln

Allison Murawski, D.V.M., leitete die Forschung im Rahmen ihres Programms für Wassertiermedizin und spielte eine entscheidende Rolle bei der Erstellung des Fallberichts. Sie arbeitete eng mit Dr. Richard Webby zusammen, der das Collaborating Center for Studies on the Ecology of Influenza in Animals and Birds der Weltgesundheitsorganisation leitet.

Gemeinsam untersuchten sie die Ursprünge des Virus, seine einzigartigen genetischen Mutationen und sein Potenzial, andere Säugetiere zu infizieren. Ihre Forschung umfasste die Sequenzierung von Genomen einheimischer Vögel und die Analyse von Viren, die aus Robbenpopulationen im Nordosten isoliert wurden.

Trotz ihrer Bemühungen konnten die Experten die genaue Infektionsquelle des Delfins nicht bestimmen. «Wir wissen bisher nicht, woher der Delfin das Virus hat, und es müssen noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden», so Dr. Webby.

Forschung über die Delfin-Vogelgrippe hinaus

Dieser Fall zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit in der Forschung ist. Mike Walsh, D.V.M., ausserordentlicher Professor für Wassertiergesundheit und Murawskis Mentor an der Fakultät, hob die Bedeutung dieser Teamarbeit hervor.

«Diese Untersuchung war ein wichtiger Schritt zum Verständnis dieses Virus und ist ein grossartiges Beispiel dafür, wie sich Zufall und Neugier verbinden, wie die Frage nach dem «Warum» beantwortet werden muss und wie die verschiedenen Gruppen und das Fachwissen dies zu einer fantastischen Darstellung kollaborativer Exzellenz führten», so Walsh.

Diese Forschungsarbeit verdeutlicht die Unberechenbarkeit von Influenzaviren und ihre Fähigkeit, sich über verschiedene Arten hinweg auszubreiten. Sie unterstreicht auch die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung und Forschung, um diese Krankheitserreger besser zu verstehen und ihre Auswirkungen auf Wildtiere und möglicherweise auch auf die menschliche Gesundheit zu verringern.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Communications Biology veröffentlicht.

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