Wieder Schweizer Hobby-Jäger als Straftäter
Wilderer-Skandal im Toggenburg legt dunkle Seiten der Jagdszene offen.

Die jüngst abgeschlossenen Ermittlungen der Kantonspolizei St. Gallen gegen vier mutmassliche Wilderer zeigen erneut, wie brüchig das Selbstbild der „verantwortungsbewussten Jägerschaft“ tatsächlich ist.
Was als regionales Jagdvergehen begann, entpuppt sich inzwischen als umfassender Kriminalfall mit illegalen Abschüssen, verbotener Technik und massiven Verstössen gegen das Tierschutzgesetz.
Es ist ein weiterer Fall in einer langen Reihe von Vorfällen, die aufzeigen, dass die Hobby-Jagd in der Schweiz nicht das Natur- und Traditionserbe ist, als welches sie gerne dargestellt wird. Sondern ein System, das immer wieder Menschen anzieht, die Tiere als Freiwild betrachten und lieber nächtliche Schiessabenteuer erleben, als gesetzliche Regeln einzuhalten.
Illegale Abschüsse, verbotene Technik und völlige Skrupellosigkeit
Die vier beschuldigten Schweizer sollen zwischen 2020 und Anfang 2021 im Toggenburg systematisch Wildtiere ausserhalb der regulären Jagdzeiten getötet haben. Betroffen waren Rotwild, Rehe und Füchse, also genau jene Tiere, die Hobby-Jäger offiziell „hegen“ wollen.
Die Methoden der Männer lesen sich wie aus einem Handbuch für organisierte Wilderei:
- Einsatz von verbotenen Nachtsichtzielgeräten
- Jagd mit unzulässigen Waffenzusätzen
- Schiessen im fremden Jagdrevier
- Mindestens 28 illegal getötete Wildtiere
- Ein Beteiligter ohne gültige Jagdberechtigung
Vieles davon ist nicht nur illegal, sondern widerspricht direkt den angeblichen Prinzipien der Jagdethik. Doch solche Verstösse sind längst kein Einzelfall mehr, sie sind Ausdruck einer Jagdpraxis, die häufig eher einem kriminellen Hobby mit Waffen ähnelt als einem verantwortungsvollen Umgang mit wildlebenden Tieren.
Tierquälerei inklusive – das System sieht weg
Besonders schwer wiegen die Vorwürfe der Tierquälerei. Der Einsatz von Nachtsichttechnik und Schüssen bei Dunkelheit erhöht das Risiko schwer verletzter, flüchtender Tiere massiv. Solche Jagdmethoden bedeuten Leid, Qual und oft stundenlange Todeskämpfe, ein Preis, der für manche Hobby-Jäger offenbar nebensächlich ist, solange der Adrenalinkick stimmt.
Da verwundert es wenig, dass die beschuldigten Männer das Fleisch des erlegten Rotwilds später untereinander aufteilten. Aus Wildtieren, die unter fragwürdigen Umständen starben, wurde private Beute. Ein System, das sich selbst kontrolliert, lädt zu Missbrauch ein und liefert ihn immer wieder.
Ein strukturelles Problem – nicht nur „Einzelfälle“
Die Jagdlobby versucht regelmässig, solche Ereignisse als seltene Ausnahmen darzustellen. Doch die Realität sieht anders aus:
- Immer wieder werden Hobby-Jäger wegen illegaler Abschüsse verurteilt
- Immer wieder tauchen verbotene Waffen, Fallen und technische Hilfsmittel auf
- Immer wieder zeigen sich massive Wissenslücken im Umgang mit Tieren und Natur
- Immer wieder sterben Menschen wegen Hobby-Jäger
Der aktuelle Fall aus dem Toggenburg ist lediglich die Spitze eines Eisbergs. Er zeigt, dass die Hobby-Jagd kein Garant für Naturschutz ist, sondern ein Bereich, in dem kriminelle Energie und traditioneller Freiraum eine brisante Mischung ergeben.
Die Staatsanwaltschaft St. Gallen prüft nun strafrechtliche Massnahmen gegen die vier Männer. Das ist notwendig, aber nicht genug. Der Fall zeigt deutlich, wie unzureichend die Selbstkontrolle innerhalb dieser militanten Jagdszene funktioniert. Wo Waffengebrauch, Tierleid und persönliche Interessen zusammentreffen, braucht es nicht weniger, sondern staatliche Aufsicht, strengere Kontrollen und konsequentere Strafen.
Es braucht laut der IG Wild beim Wild jährlich medizinisch-psychologische Gutachten für Hobby-Jäger nach dem Vorbild von Holland sowie auch eine Altersbegrenzung nach oben. Die grösste Altersklasse bei den Hobby-Jägern sind 65+, jene mit Alters-, Denk-, Seh-, Konzentrations- und Reaktionsschwächen sowie Ausbildungs- und Trainingsdefiziten. Ab dem 45. Lebensjahr steigt die Zahl der Unglücke für Menschen und Tiere dramatisch an. Die erschreckenden Meldungen über Jagdunfälle und tödliche Straftaten mit Jägerwaffen zeigen: Es wird höchste Zeit für die Abschaffung der Hobby-Jagd! Tödliche Schusswaffen gehören nicht in die Hände von senilen Hobby-Jägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können! Hobby-Jäger repräsentieren alles, was in der Welt falsch läuft.
Hobby-Jäger leben Speziesismus. Speziesismus ist vergleichbar mit Rassismus und Sexismus, und das ist keine Kultur oder Tradition.
Insbesondere bei der Hobby-Jagd ist es elementar, dass man ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten und Fake News manipuliert. Gewalt und Lügen gehören zur gleichen Münze.
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