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Jagd

Treibjagd-Unfall: Betrunkener Hobby-Jäger schiesst

Schuss traf Waldschnepfe und einen Jagdkollegen, der nur 40 Meter entfernt stand.

Redaktion Wild beim Wild — 27. November 2023

24-Jähriger von betrunkenem Schützen getroffen

Ein 24-Jähriger ist Sonntagmittag bei einer Treibjagd im steirischen St. Johann im Saggautal (Bezirk Leibnitz) in Österreich von einem betrunkenen Individuum getroffen und verletzt worden.

Beide hatten mit rund 20 anderen Hobby-Jägern in Untergreith Tiere in einem Waldstück aufgescheucht.

Positiver Alkoholtest beim Schützen

Nach dem Vorfall wurden umgehend Ermittlungen eingeleitet, um die genauen Umstände des Schusswechsels zu klären. Die Polizei befragte sowohl den verletzten Hobby-Jäger als auch den Schützen, um den Hergang des Unfalls zu rekonstruieren.

Es stellte sich heraus, dass der betroffene Hobby-Jäger glücklicherweise keine schwerwiegenden Verletzungen erlitt. Die Projektile aus der Flinte hatten ihn im Gesicht und im Brustbereich getroffen, doch die behandelnden Ärzte gaben Entwarnung bezüglich lebensbedrohlicher Folgen.

Der Schütze hingegen, bei dem ein positiver Alkoholtest durchgeführt wurde, erlitt einen Schock und benötigte ebenfalls medizinische Betreuung. Der Vorfall zeigte wieder einmal die Gefahren des Alkoholkonsums während der Hobby-Jagd und weckte die Diskussion über Sicherheitsbestimmungen und den verantwortungsvollen Umgang mit Waffen.

Hobby-Jagd gefährdet Sicherheit

Die Hobby-Jagd ist eine durch und durch tierquälerische Aktivität, die weder mit Vorsicht und Respekt ausgeübt wird, und immer wieder die Sicherheit aller Beteiligten gefährdet.

Aus Sicht der IG Wild beim Wild muss die Grenze für den Umgang mit Waffen unter Alkoholeinfluss bei Hobby-Jägern konsequent bei 0,0 Promille Blutalkohol liegen. Dasselbe gilt bei der Wildhut sowie im Militär- und Polizeidienst und dies aus gutem Grund. Niemand darf im alkoholisierten Zustand mit einer Schusswaffe hantieren oder schiessen.

Die Hobby-Jagd dient dem Töten von Tieren. Wer dabei eine Waffe führt, trägt eine besondere Verantwortung gegenüber Mensch und Tier. Alkohol oder Drogen sind damit unvereinbar. Personen mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit müssen ihren Jagd– und Waffenschein umgehend verlieren.

Nach Jagdunfällen sind obligatorische Alkoholtests zwingend einzuführen. Zusätzlich braucht es nach dem Vorbild der Niederlande regelmässige medizinisch-psychologische Gutachten für Hobby-Jäger sowie eine verbindliche Altersobergrenze.

Die grösste Altersgruppe unter den Hobby-Jägern ist 65+. Genau in dieser Gruppe treten vermehrt altersbedingte Einschränkungen bei Sehvermögen, Konzentration, Reaktionsfähigkeit sowie Defizite in Ausbildung und Training auf. Gleichzeitig ist bekannt, dass Alkohol konsumiert wird, um einen vermeintlich ruhigen Finger zu haben. Andere verzichten auf Alkohol, sind den körperlichen Anforderungen jedoch dennoch nicht mehr gewachsen.

Die zahlreichen Fehlschüsse, Nachsuchen und das damit verbundene massive Tierleid lassen sich anders kaum erklären.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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