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Jagd

Schützen Landwirte Rehkitze bei der Heuernte?

Eine Untersuchung zeigt: Viele Landwirte ergreifen keine ausreichenden Massnahmen zum Schutz von Rehkitzen bei der Heuernte.

Redaktion Wild beim Wild — 9. Juni 2022

Jährlich sterben gemäss Jagdstatistik 1700 Rehkitze durch Mähmaschinen.

Die Dunkelziffer ist einiges höher. Präventionsmassnahmen allein reichen nicht aus, um Unfälle sicher zu vermeiden. Der Schweizer Tierschutz STS fordert Landwirte auf, ihre Wiesen direkt vor Mähbeginn nach Rehkitzen abzusuchen. Nur so kann das blutige Gemetzel reduziert werden.

Nach der Geburt suchen sich die Kitze unabhängig voneinander einen Liegeplatz im hohen Gras, wo sie – gut getarnt durch ihr Fleckenfell – regungslos verharren. Werden sie dennoch entdeckt, verfallen sie in eine Art Starre; erst ab der dritten Woche versuchen sie, sich durch Flucht in Sicherheit zu bringen. Ihr Verhalten erschwert es Beutegreifern ungemein, junge Rehe aufzuspüren. Was beim Verstecken vor dem Fuchs Sinn macht, hilft nichts gegen Mähmaschinen.

Gefährdete Gebiete rechtzeitig erkennen

In der Kulturlandschaft liegen die meisten Rehkitze in landwirtschaftlich genutzten Wiesen. Beim Nahen einer Mähmaschine, die bis zu 5 Meter pro Sekunde zurücklegt, haben weder sich duckende noch fliehende Rehkitze eine Chance. Sie geraten in das Mähwerk und werden zerstückelt oder schwerstverletzt im Gras liegengelassen. Für alle Beteiligten – Rehgeiss, Kitz, Landwirte, Wildhüter – sind solche Unfälle furchtbar. Inwiefern Rehe daran gehindert werden können, sich in Mähwiesen zu verstecken, ist unter Experten umstritten. Oft werden am Vortag des Mähens flatternde Aluminium- und Plastikbänder an Pfosten in der Wiese aufgestellt, oder die Tiere sollen mittels Duftstoffe, wie Raubtiergeruch, ferngehalten werden. Eine genaue Kenntnis der problematischen Wiesen und des Rehverhaltens sowie eine enge Kooperation von Landwirten, Jägern und freiwilligen Tier- und Naturschützerinnen ist vonnöten, um gefährdete Gebiete rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Rehkitze nicht mit blossen Händen berühren

Landwirte, die sichergehen wollen, lassen ihre Wiesen direkt vor Mähbeginn nach Rehkitzen absuchen: mit Menschenketten und Hunden, dem ISA-Wildretter (eine lange Alu-Teleskopstange mit Infrarotdetektoren) oder per ferngesteuerte Drohne. Entdeckte Rehkitze sollten nicht mit den blossen Händen berührt werden, denn die Mutter könnte sich am Menschengeruch stören, und für Fressfeinde wären die Kitze nicht mehr geruchlos. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie mit dem Kitz verfahren werden soll:

  • Fundort markieren und Kitz unter einer Holzkiste liegen lassen. Kiste in den gemähten Schwad verstellen und weiter mähen (kann bei grosser Hitze und durch Lärm der Maschine problematisch sein).
  • Kitz in einer Holzkiste an den Wiesen- bzw. Waldrand tragen und im Schutz einiger Büsche abstellen. Nach der Mahd wieder freilassen.

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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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