Jagd in der Schweiz: Kritik, Fakten, Studien und News

Einordnung: Jagd in der Schweiz

Dieser Abschnitt bietet Kontext zur Plattform der IG Wild beim Wild und ordnet die hier veröffentlichten Beiträge zur Hobby-Jagd in der Schweiz ein.

Warum Wild beim Wild die Hobby-Jagd in der Schweiz kritisch einordnet

Kurz gesagt: Wild beim Wild ist eine unabhängige Plattform für Faktenchecks, Recherche und Hintergrundanalysen zur Jagd in der Schweiz. Wir prüfen Behauptungen, ordnen Quellen ein und zeigen, was Daten, Studien und geltendes Jagdrecht tatsächlich hergeben.

Warum gibt es Wild beim Wild?

Die Debatte um die Hobby-Jagd ist in der Schweiz stark politisiert. Zahlen, Einzelfälle und Studien werden oft selektiv eingesetzt, teils ohne Kontext oder mit verkürzten Schlussfolgerungen. Wild beim Wild setzt genau dort an: Wir machen Aussagen überprüfbar, benennen Unsicherheiten und trennen klar zwischen Fakten, Interpretation und Bewertung. Das schafft Orientierung in einer emotional geführten Debatte um die Hobby-Jagd.

Welche Haltung vertritt die Plattform?

Wild beim Wild kritisiert die Hobby-Jagd als gesellschaftlich und tierschutzrechtlich problematische Praxis. Wir argumentieren mit überprüfbaren Quellen, dokumentierten Fällen, behördlichen Daten zu Kriminalität und Jagd sowie Forschungsliteratur. Ziel ist eine transparente Debatte darüber, ob und in welcher Form die Hobby-Jagd in eine moderne Naturschutzpolitik passt.

Warum ist Genf ein hobby-jagdfreies Vorbild?

Der Kanton Genf ist in der Schweiz der zentrale Referenzfall dafür, dass eine Region ohne Hobby-Jagd funktionieren kann. Seit dem Verbot der privaten Hobby-Jagd übernimmt dort der Staat das notwendige Wildtiermanagement. Wo Eingriffe nötig sind, erfolgen sie durch kantonale Fachstellen und Wildhüterinnen und Wildhüter, mit klaren Regeln, Transparenz und Kontrolle. Für Wildtiere bedeutet das weniger Freizeit-Störung durch die Hobby-Jagd, für die Öffentlichkeit mehr Nachvollziehbarkeit, und für die Politik ein reales Modell, das zeigt: Abschaffung der Hobby-Jagd ist praktisch umsetzbar.

Woran erkenne ich einen Faktencheck bei euch?

Ein Faktencheck beantwortet eine klar formulierte Behauptung. Wir zeigen, woher sie stammt, welche Daten dazu existieren und welche Schlussfolgerung daraus folgt. Nicht jedes Thema erlaubt eine einfache Ja-Nein-Antwort. In solchen Fällen benennen wir die Grenzen der Datenlage und erklären die nötigen Annahmen. Diese Methodik unterscheidet sich bewusst von meinungsgetriebenen Beiträgen zur Hobby-Jagd.

Welche Themen deckt Wild beim Wild ab?

Im Zentrum stehen Jagdpolitik, Jagdrecht, Abschüsse, Tierleid, Tierrechte, Vollzugspraxis, Wildtiermanagement und die Rolle von Behörden und Verbänden. Inhalte werden in thematischen Dossiers gebündelt, damit wiederkehrende politische Vorstösse schneller eingeordnet werden können.

Warum sprecht ihr von Beutegreifern und nicht von Grossraubtieren?

Begriffe steuern Wahrnehmung. Der Ausdruck Beutegreifer beschreibt funktional, was Tiere wie Wolf oder Luchs biologisch sind, ohne Bedrohungsbilder zu aktivieren. Diese sprachliche Präzision ist zentral in der Debatte um Beutegreifer in der Schweiz: Wolf, Luchs, Fuchs und Koexistenz.

Wie geht ihr mit Beutegreifern, Schutz und Koexistenz um?

Wir unterscheiden zwischen Schutzstatus, Managementinstrumenten und realen Konflikten. Koexistenz ist eine Frage von Planung, Prävention, Finanzierung und Vollzug. Wir analysieren, welche Massnahmen nachweislich wirken und wie politische Entscheide zustande kommen, etwa im Umgang mit Wildtieren und der Nutztierhaltung.

Ist das eine Newsseite oder ein Dossier-Projekt?

Beides. Neben aktuellen Beiträgen bauen wir langfristige Wissenssammlungen auf. Dossiers ermöglichen einen strukturierten Einstieg und helfen, wiederkehrende Argumente in der Jagdpolitik schneller zu erkennen und einzuordnen.

Wie stellt ihr Transparenz sicher?

Wir nennen Quellen, verlinken auf Originaldokumente und trennen Meinung von belegbaren Aussagen. Wenn die Studienlage zur Hobby-Jagd nur begrenzt belastbar ist, sagen wir das offen. Gerade bei Abschüssen, Bestandszahlen oder Schadensmeldungen ist Kontext entscheidend, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Wie kann ich die Plattform sinnvoll nutzen?

Für Öffentlichkeit, Medien und Politik bietet sie Orientierung in einem komplexen, emotional geführten Thema. Nutze aktuelle Beiträge zur Einordnung von Ereignissen und öffne die Dossiers für den grösseren Zusammenhang. Für politische Diskussionen bieten wir geprüfte Quellen und Argumentationshilfen, etwa Mustertexte für Vorstösse in Kantonsparlamenten.

Jagd

Schoss Hobby-Jäger erneut den falschen Wolf?

Nach zahlreichen Nutztierrissen auf verschiedenen Alpen in Klosters verfügte Graubünden zur Verhinderung weiterer Schäden per 1. September 2022 den Abschuss eines Wolfs. Für den Vollzug wurden ergänzend zu den Mitarbeitenden des Amts für Jagd und Fischerei auch speziell bezeichnete, ortskundige Jagdberechtigte für den Abschuss des Wolfs während der unordentlichen Jagd berechtigt.

Redaktion Wild beim Wild — 26. September 2022

Am 24. September 2022 hat ein Hobby-Jäger während der unrühmlichen Hochjagd in Graubünden einen Wolf auf dem Gemeindegebiet von Klosters erlegt, obwohl längst keine Nutztiere mehr auf den Alpen sind.

Nach 14 Tagen mit sehr wenigen Wolfsbeobachtungen durch die 80 für den Wolfsabschuss berechtigten Hobby-Jägerinnen und Jäger konnte der Wolf am 24. September 2022 durch einen Hobby-Jäger in dem dafür vorgegebenen Abschussperimeter erlegt werden. Das Amt für Jagd und Lügen ist erfreut, dass die Hobby-Jägerschaft diese sehr verantwortungsvolle Aufgabe erfüllen konnte. Gleichzeitig verweist es auf die massgebliche Erkenntnis, dass der Abschuss von Wölfen sehr anspruchsvoll und zeitintensiv ist.

Die nötige Schadenschwelle wurde knapp erreicht, jedoch waren weitaus die meisten gerissenen Schafe ungeschützt. Gemäss Beurteilung des Kantons konnten von den seit Mitte Juni insgesamt 60 gerissenen Schafen gerade mal 13 Schafe in geschützten Situationen angerechnet werden. Naturschutz-Verbände verlangen nun eine Verkürzung der Abschussfrist. Sobald mit dem baldigen Ende der Sömmerungssaison kein Schaf mehr auf der Alp ist, kann es im Abschussperimeter auch keine weiteren Schäden geben.

Der Abschuss gelang in dem dafür vom Amt für Jagd und Lügen vorgegebenen Abschussperimeter. Beim erlegten Tier handelt es sich um eine Wölfin. Ob der geschossene weibliche Wolf allenfalls eine Mutterwölfin war (somit unter übergeordnetem Schutz stand), werden die Untersuchungen zeigen. Im gleichen Gebiet wurde gleichzeitig ein zweiter Wolf beobachtet.

Sobald der Wolf keine Schafe auf der Alp mehr antreffen kann, ist ein Abschuss obsolet. Auch die Erweiterung des Abschussperimeters um mehr als das Doppelte, und dies nur aufgrund von «Sichtungen» der Wölfe, lehnen die Verbände dezidiert ab. Denn auch diese Massnahme hat nichts mehr mit der Abwehr eines konkreten Schadens zu tun.

Der erlegte Wolf wird nun für die pathologische Untersuchung an das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) in Bern überführt. Die genetische Untersuchung wird am Laboratoire de Biologie de la Conservation der Universität Lausanne vorgenommen.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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