19. Juli 2026, 13:01

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Podcast-Episode: Jagd, Wildtiere und Naturschutz

Ein Femizid im Tessin, geschönte Unfallzahlen quer durch Europa und ein Podium, das Dialog nur simuliert: Diese Folge verbindet fünf Recherchen zu einem Muster.

Redaktion Wild beim Wild — 19. Juli 2026

Faido: Femizid, Schalldämpfer, Schweigen
Am 9. Juli 2026 stirbt eine Frau in Faido durch einen Kopfschuss. Der Täter, ihr Ex-Mann, war Hobby-Jäger mit legalem Waffenbesitz. RSI bestätigte dies schriftlich. Weil niemand den Schuss hörte, gehen die Ermittler von einem Schalldämpfer aus, in der Schweiz grundsätzlich verboten, ausser für Inhaber eines Jagdpatents. Bereits der zweite Tessiner Fall innert kurzer Zeit mit Schalldämpferbezug.

Die grosse Jagd-Lüge
In der Schweizer Medienberichterstattung fehlte das Wort «Hobby-Jäger» fast durchgängig, obwohl die Polizei es mehrfach nannte. Aus dem Täter wurde der Ex-Mann, der Unternehmer, der 59-Jährige. Kein Einzelfall, sondern Methode.

Europas frisierte Unfallzahlen
Deutschland meldet für 2025 null Tote bei 460 Jagdunfällen, während im November ein Hobby-Jäger vier Familienmitglieder erschoss und im Dezember ein weiterer seinen Nachbarn. Italien: 8 Tote laut Verband, 12 laut unabhängiger Opferorganisation im selben Zeitraum. Spanien führt gar keine nationale Statistik.

Petition

Keine Luchsabschüsse im Wallis

Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

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Bogenjagd-Podium Utzenstorf
Vier Teilnehmende mit Jagdbezug, eine Kritikerin. Die JagdSchweiz-Umfrage zur Bogenjagd von 2025 bleibt über ein Jahr nach Fristende unveröffentlicht. Zur Sache: 24 nordamerikanische Studien ergeben eine durchschnittliche Verwundungsrate von 54 Prozent.

Italien: «Gaslighting» im Gesetzentwurf
CNR-Biologe Michelangelo Morganti kritisiert die geplante Neuordnung der Hobby-Jagd. Der schwerwiegendste Punkt: Die Pflicht zum wissenschaftlichen Gutachten vor jagdlichen Entscheidungen wird gestrichen.

Das schwedische Modell
In Schonen meldeten sich 53 Hobby-Jäger innert drei Stunden für die Schutzjagd auf einen einzigen Wolf. Ständerat Fabio Regazzi möchte dieses Modell für die Schweiz. David Gerke von der Gruppe Wolf Schweiz verweist auf die nicht überlebensfähigen Bestände dieser Länder.

Aargau: Stahlkanzeln ohne Verfahren
Zwei Jagdkanzeln ausserhalb der Bauzone in Schwaderloch und Mettauertal, in den Baupublikationen kein Bewilligungsverfahren auffindbar. Antwortfrist bis 7. August 2026.

Portugal: Julie im Pangea-Schutzgebiet
Nach über vierzig Jahren Gefangenschaft lebt die Elefantenkuh Julie im ersten grossflächigen Elefanten-Schutzgebiet Europas, 400 Hektar im Alentejo. Kein Triumph, sondern Schadensbegrenzung.

Fazit: Wer definiert, was gezählt wird, bestimmt, was sichtbar bleibt.

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