Vielbenutzte Waldwege stören Vögel
Je mehr ein Waldweg benutzt wird, desto mehr stören sich Waldvögel daran. Und das auch noch nach Jahren. An Menschen gewöhnen können sich offenbar nicht alle Vogelarten.
Buntspecht
Je mehr ein Waldweg benutzt wird, desto mehr stören sich Waldvögel daran. Und das auch noch nach Jahren. An Menschen gewöhnen können sich offenbar nicht alle Vogelarten.
Wege und Strassen zerschneiden Lebensräume und bedeuten Barrieren für Wildtierbestände. Forschende der Vogelwarte Sempach haben untersucht, ob die Wege selbst oder die menschliche Aktivität darauf den grösseren Einfluss auf waldlebende Vögel haben. Das reine Vorhandensein eines Weges hat demnach weniger Einfluss als die Häufigkeit, mit der er begangen wird, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt «Frontiers in Ecology and Evolution».
An viel besuchten Waldwegen finden sich sowohl weniger Vogelarten als auch weniger Individuen insgesamt. Und das auch, wenn die Pfade schon seit Jahren häufig von Wanderern und Spaziergängern frequentiert werden.
Empfindliche Spechte
Einige Vogelarten zeigten sich dabei besonders empfindlich, darunter zum Beispiel Spechte. Sie ergreifen bei menschlicher Annäherung früh die Flucht und mieden die Wege ganz besonders.
«Unsere Studie zeigt, dass sich die Vogelwelt selbst in seit Jahrzehnten häufig besuchten Wäldern nicht genug an Menschen gewöhnt hat, um die negativen Effekte der Störung auszugleichen», sagt Bötsch. Die Studienautoren raten daher davon ab, geschützte Waldgebiete durch neue Wege zu erschliessen.
Kinofilm Welcome to Zwitscherland
Am 1. November kommt der Film «Welcome to Zwitscherland – Wie das Land, so die Vögel» von Marc Tschudin in die Schweizer Kinos. Der in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach realisierte Kinofilm bietet einen überraschenden Blick auf das Land und sein Volk.
Mehr zur Biodiversität.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →