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Jagd

Jagdunfall: Zwei Männer angeschossen

PETA fordert Ende der Hobbyjagd in Deutschland

Redaktion Wild beim Wild — 3. November 2020

Bei der Hobby-Jagd nach Enten in Winterbach in Baden-Württemberg wurden am vergangenen Samstagmorgen zwei Männer angeschossen.

Insgesamt waren 19 Hobby-Jäger an der Entenjagd beteiligt. Einer Polizeimeldung zufolge übersahen die Hobby-Jäger die Männer, die sich am gegenüberliegenden Remsufer befanden, und trafen die beiden 45 und 60 Jahre alten Spaziergänger. Die Identität der Täterschaft ist bisher noch unbekannt. Das Polizeirevier Schondorf ermittelt. PETA weist darauf hin, dass jedes Jahr Hunderttausenden Wildtieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird und die Hobby-Jägerschaft mehrere Dutzend Menschen tötet und verletzt. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Verbot der Hobby-Jagd in Deutschland.

Wie viele Lebewesen müssen noch verletzt werden oder sterben, bevor die Hobby-Jagd endlich verboten wird? Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Tragödien, weil schiesswütige Hobby-Jäger verantwortungslos in der Gegend herumballern. Ein Eingreifen des Gesetzgebers ist längst überfällig.

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Keine Luchsabschüsse im Wallis

Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

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Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA

Zahlreiche schwere Jagdunfälle in den vergangenen Jahren

In den vergangenen Jahren sorgten bereits zahlreiche schwere Jagdunfälle für Empörung. Erst kürzlich wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein Hobby-Jäger durch einen Schuss von einem anderen Hobby-Jäger lebensgefährlich verletzt. Im Oktober letzten Jahres schoss ein Hobby-Jäger in Lützkampen ein Pferd an, das er mit einem Wildschwein verwechselt haben soll. Im Januar 2019 wurde eine 19-Jährige in Ettlingen getötet, als sich ein Schuss aus der Waffe ihres Vaters löste. Im November 2018 wurde eine 86-Jährige in Dalberg in ihrem eigenen Garten durch einen verirrten Schuss eines Hobby-Jägers tödlich getroffen. Im Juli 2018 wurde eine Sechsjährige im thüringischen Saara beim Spielen im Garten durch den Schuss eines Hobby-Jägers schwer verletzt.

Hobby-Jagd reguliert Wildpopulationen nicht

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Hobby-Jagd nicht geeignet ist, um Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere beispielsweise in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, wodurch sich die Geburtenrate erhöht. Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere ansteigt. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Hobby-Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Hobby-Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet. Mehr dazu im Dossier Warum die Hobby-Jagd als Populationskontrolle scheitert.

Den mehr als 380’000 Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jägern in Deutschland stehen nur etwa 1’000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber. Eine im Auftrag von PETA durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt, dass mit 49 Prozent die Mehrheit der deutschen Bevölkerung die Hobby-Jagd ebenfalls ablehnt. Weitere Jagdmythen im Faktencheck.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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