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Kriminalität & Jagd

Tessin: 98 % gerissener Nutztiere ohne Herdenschutz

Im Tessin waren 98 % aller gerissenen Nutztiere ohne Herdenschutz. Der Skandal zeigt das Versagen der Nutztierhalter beim Schutz ihrer Tiere.

Redaktion Wild beim Wild — 15. November 2022

Nutztierhalter im Tessin beklagen sich über hohe Risszahlen.

98 % der Risse in ungeschützten Herden

Eine Auswertung der verfügbaren kantonalen Daten durch die Gruppe Wolf Schweiz (GWS) zeigt, dass im laufenden Jahr 98 % aller Risse im Tessin in völlig ungeschützten Situationen geschahen. Nicht einmal zehn Risse bzw. gerade mal 2 % geschahen in geschützten Herden, wo Wölfe die Massnahmen überwinden konnten.

Bei einer Mehrheit der betroffenen Herden wäre ein zumutbarer Herdenschutz amtlich anerkannt möglich gewesen, wie kantonalen Angaben zeigen. Den kantonalen Angaben ist ferner zu entnehmen, dass bei zahlreichen der als Wolfsrisse entschädigten Tiere nur mehr die verwesten Kadaver gefunden wurden. Damit waren oft keine DNA-Proben mehr möglich, was die Zuordnung zum Verursacher erschwert. Wenn allenthalben verweste Kadaver gefunden werden, zeugt dies aber auch von einer schlechten Betreuung der Herden, denn Risse werden in gut geführten Herden rasch entdeckt.

Verweigerung des Herdenschutzes als politisches Druckmittel

Diese Verweigerungshaltung dem Herdenschutz gegenüber ist skandalös und wird missbraucht, um Druck auf anstehende politische Entscheide auszuüben. Letztlich werden Nutztiere dem Wolf geopfert, wenn der zumutbare Herdenschutz nicht umgesetzt wird. Dass die Hobby-Jagd als Populationskontrolle scheitert, zeigen auch die Daten aus dem Tessin. Der fehlende Herdenschutz unterstreicht, wie wichtig das Jagdgesetz und seine konsequente Umsetzung sind.

Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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