26.10.2026, 09:58

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Hubertusmesse im Dom Arlesheim: Pfarrer dankt den Jagdgegnern, Kollekte geht an Hunt Watch

Statt Konfrontation gab es Handschlag und vegane Verpflegung: Die Mahnwache gegen die Hubertusmesse vom 25. Oktober 2026 endet mit einem bemerkenswerten Zeichen der Kirche.

Redaktion Wild beim Wild · 26. Oktober 2026
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Warum jagst du mich

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Am Sonntag, 25. Oktober 2026, standen Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe HUNT WATCH vor dem Dom von Arlesheim (BL). Drinnen feierte die Pfarrei die jährliche Hubertusmesse, begleitet von Jagdhornbläsern, danach lud die Jagdgesellschaft Arlesheim zum Apéro. Draussen fand eine bewilligte Mahnwache gegen die kirchliche Verklärung der Hobby-Jagd statt. Was dann geschah, hatten wohl beide Seiten nicht erwartet. Die IG Wild beim Wild hatte die Hubertusmesse bereits im Vorfeld in einer Medienmitteilung kritisiert.

Der Pfarrer begrüsst die Mahnwache

Laut HUNT WATCH begrüsste der leitende Pfarrer die Gruppe schon vor Beginn persönlich und versorgte sie mit veganen Lebensmitteln. Er habe sich ausdrücklich für ihre Arbeit bedankt und sich gegen Gewalt ausgesprochen. Messebesucherinnen und -besucher berichteten der Gruppe, der Pfarrer habe die Mahnwache im Gottesdienst mehrfach erwähnt und um Verständnis für ihr Anliegen geworben.

Nach der Messe dankte der Pfarrer gemäss HUNT WATCH jeder Aktivistin und jedem Aktivisten einzeln per Handschlag. Er sagte zudem ein Gespräch mit der Gruppe zu.

Die Kollekte geht an die Tierrechtsarbeit

Die grösste Überraschung kam nach dem Gottesdienst. Laut HUNT WATCH wurde die gesamte Kollekte der Hubertusmesse ihrer Tierrechtsarbeit zugesprochen. Ausgerechnet das Geld aus einem Gottesdienst zu Ehren der Hobby-Jäger soll damit dem Schutz gejagter Wildtiere zugutekommen.

Auch Besucherinnen und Besucher aus der Bevölkerung suchten vor dem Dom das Gespräch. Zwei ältere Kirchgänger erzählten, dass sie seit 20 Jahren vegan leben und die Hobby-Jagd ablehnen. Eine weitere Person schloss sich spontan der Bewegung an.

Die Gemeinde bewilligte die Mahnwache

Der Gemeinderat von Arlesheim hatte die Mahnwache im Vorfeld bewilligt und sich dabei auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit berufen. HUNT WATCH dankt dem Ordnungsdienst und dem Gemeinderat für die rasche und unkomplizierte Bearbeitung.

Ein Signal an die Kirchen

Die Forderung von HUNT WATCH bleibt klar: Die Kirchen sollen sich deutlich von Gewalt gegen Tiere distanzieren und der Hobby-Jagd keine Bühne mehr bieten. Arlesheim zeigt, dass Pfarreien nicht bei der Tradition stehen bleiben müssen. Die Legende des heiligen Hubertus erzählt von einem Jäger, der die Waffe niederlegt. Warum diese Legende schlecht zu einer Messe für die Hobby-Jagd passt, hat die IG Wild beim Wild in ihrer Medienmitteilung zur Hubertusmesse im Dom Arlesheim dargelegt. Dieselbe Kritik gilt für den kirchlichen Segen in der Klosterkirche Mariastein.

Die Geste des Pfarrers ändert nichts daran, dass im Dom eine Messe mit Jagdhörnern gefeiert wurde. Sie zeigt aber, dass in den Kirchen ein Umdenken möglich ist. Es entsteht dort, wo Menschen ins Gespräch kommen. Weitere Hintergründe gibt es im Dossier Tierrechte und in der Rubrik Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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