Hobby-Jagd unter Alkoholeinfluss bleibt in Bern erlaubt
Dass der Alkohol ein grosses Problem ist, kann man auch in den Gesichtern der Hobby-Jäger sehen, wenn sie sich versammeln.
Mitte-Rechts-Mehrheit lehnt Motion ab
Der bernische Grosse Rat hat eine Motion abgelehnt, die das Hobby-Jagen unter Alkoholeinfluss verbieten wollte.
Eine entsprechende Gesetzesänderung sei nicht nötig, befand eine Mitte-Rechts-Mehrheit und lehnte eine Motion von Casimir von Arx (GLP) mit 74 zu 64 Stimmen ab.
Die meisten Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger seien verantwortungsbewusst, aber eben nicht alle, sagte von Arx. Alkohol vermindere die Treffsicherheit. Dadurch sei das Tierwohl gefährdet. Bern solle sich ein Vorbild an den Kantonen Zürich und Neuenburg nehmen: Für den Alkoholkonsum auf der Hobby-Jagd gälten dort dieselben Regeln wie im Strassenverkehr. Wer dagegen verstosse, solle von der Hobby-Jagd ausgeschlossen werden.
Befürworterinnen und Befürworter aus verschiedenen Parteien
Es gehe nicht um 0,0 Promille, stellte Nicola von Greyerz (SP) fest. Das eine oder andere Gläschen dürfe man weiterhin trinken. Das Tierwohl rechtfertige aber eine Regelung, befand auch Christa Ammann (AL) namens der Grünen Fraktion. Als Pilzlerin würde sie sich sicherer fühlen, wenn sie wisse, dass keine Hobby-Jäger unterwegs seien, die schon zwei, drei Biere intus hätten, ergänzte Melanie Gasser (GLP).
Er habe einst erlebt, wie ein angetrunkener Hobby-Jäger ein Reh angeschossen und das leidende Tier nicht einmal selber bemerkt habe, berichtete Hanspeter Steiner (EVP). Nüchtern betrachtet sei es gut, dem Vorstoss zuzustimmen.
Forderung: 0,0 Promille wie bei Polizei und Militär
Die Grenze, ab der ein Hobby-Jäger für den Umgang mit Waffen unter Alkoholeinfluss als waffenrechtlich unzuverlässig gilt, sollte aus Sicht der IG Wild beim Wild bei 0,0 Promille Blutalkohol gezogen werden, wie das beim Militär- oder Polizeidienst auch der Fall ist.
Nach Jagdunfällen sind obligatorische Alkoholtest einzuführen. Zusätzlich braucht es nach dem Vorbild von Holland medizinisch-psychologische Gutachten für die Hobby-Jägerschaft sowie auch eine Altersbegrenzung nach oben. Die grösste Altersklasse bei der Hobby-Jägerschaft ist 65+, jene mit Alters-, Seh-, Konzentrations- und Reaktionsschwächen sowie Ausbildungs- und Trainingsdefiziten und genau die trinken auch Alkohol, damit sie einen ruhigen Finger haben oder trinken nicht und machen Fehlschüsse, was mit enormem Tierleid verbunden ist.
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