Frankreich missachtet EU-Vogelschutzregeln
Minister beschuldigt, der Lobbyarbeit von Jagdverbänden nachzugeben und das Fangen von Tausenden von Vögeln in einer "experimentellen Studie" zu erlauben.

Verbot der traditionellen Vogeljagd aufgehoben
Vogelschützer haben der französischen Regierung vorgeworfen, europäische Vorschriften zu missachten, nachdem sie ein Verbot der traditionellen Hobby-Jagd aufgehoben hatte.
Sie werfen den Ministern vor, der Lobbyarbeit mächtiger Jagdverbände nachgegeben zu haben, um das Fangen tausender Vögel im Rahmen einer «experimentellen Studie» zu erlauben.
Die meisten traditionellen Fangmethoden wurden in Frankreich im Jahr 2021 unter Androhung von Geldstrafen durch die Europäische Kommission verboten. Das Ministerium für den ökologischen Wandel hat nun das Verbot für zwei Praktiken vorübergehend aufgehoben: die Verwendung grosser Netze sowie Draht- oder Holzfallen.
6’000 Feldlerchen zum Abfang freigegeben
Die Hobby-Jäger dürfen in vier Departements im Südwesten Frankreichs 6’000 Feldlerchen mit Pantes (horizontalen Netzen) oder Matolen (Fallkäfigen) und in den Ardennen im Nordosten 500 Kiebitze und 15 Goldregenpfeifer fangen.
Allain Bougrain-Dubourg, der Präsident des französischen Vogelschutzbundes (LPO), sagte dazu: «Diese Entschlossenheit, den nicht selektiven Fang zu fördern, ist eines Landes unwürdig, das für sich in Anspruch nimmt, führend bei der Wiederherstellung der Artenvielfalt zu sein.»
Fuchs über die Hühner wachen lassen
Yves Verilhac, ehemaliger Generaldirektor der LPO und lebenslanger Vogelschützer, sagte: «Wir haben die Regierung erneut vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt, in der Hoffnung, dass sie anfangen, Geldstrafen zu verhängen.»
Dass die Hobby-Jäger selbst die «Studie» überwachen, ist für Verilhac so, als würde man «den Fuchs über die Hühner wachen lassen».
Laut der International Union for Conservation of Nature und dem Nationalmuseum für Naturgeschichte ist die Feldlerche, deren Bestand in 15 Jahren um 20 % zurückgegangen ist, «symbolisch» für den Rückgang aufgrund der Intensivierung der landwirtschaftlichen Praktiken, insbesondere des Einsatzes von Pestiziden und der Hobby-Jagd.
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