Frankreich: Hobby-Jäger gegen Vogeljagd-Verbot
Die ländliche Identität mit der privilegierten Beziehung der Hobby-Jäger zu den Tieren stehe auf dem Spiel.
Tausende Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger haben in Frankreich am Samstag gegen ein Verbot der traditionellen Vogeljagd demonstriert.
Staatsrat annulliert Genehmigungen
Die Proteste in verschiedenen Departements des Landes verliefen nach Polizeiangaben friedlich. Im August hatte der Staatsrat zuvor erteilte Genehmigungen zur Hobby-Jagd auf rund 115’000 Vögel, darunter Kiebitze, Lerchen oder Drosseln, unter Verwendung von Netzen und Käfigen annulliert. Diese verstosse gegen die europäische Vogelschutzrichtlinie von 2009.
Im Juni bereits war die in einigen südfranzösischen Gebieten praktizierte Hobby-Jagd auf Vögel mit Leimruten vom obersten Verwaltungsgericht für illegal erklärt worden. Dabei bleiben die Vögel an einem mit klebrigem Leim eingeschmierten Ast hängen.
Die Europäische Kommission hat vor kurzem das Verbot der Bleimunition bis 2023 ratifiziert, was die mehr als eine Million französischer Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger zum Waffenwechsel zwingen wird.
Hobby-Jägerschaft fühlt sich «angegriffen»
Die Hobby-Jägerschaft fühlt sich unterdessen auch von einer, wie sie sagt, kleinen Gruppe «radikaler Jagdgegnerinnen und Jagdgegner» in die Ecke gedrängt.
«Wir werden immer mehr angegriffen, ständig kritisiert, es wird unerträglich», sagt Thierry Delefosse, Direktor des Jagdverbandes der Somme. Thierry Delefosse spricht sogar vom Aufstieg des «Anti-Jagd-Fundamentalismus».
Hinter den Kulissen wird auch der Vorwurf laut, dass sich die Regierung von Präsident Emmanuel Macron sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl den Interessen von Lobbygruppen zur Sicherung von Wählerstimmen beugt.
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