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Deutschland: Anzahl der getöteten Feldhasen gestiegen

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Redaktion Wild beim Wild · 23. Januar 2020

Aktuelle Zahlen des Deutschen Jagdverbands: Anzahl der getöteten Feldhasen gestiegen.

PETA fordert Ende der Hobby-Jagd auf gefährdete Hasenpopulation

Die Hobby-Jägerschaft ignoriert den Artenschutz: Die Zahl der Feldhasen geht stark zurück und die Tiere wurden bereits in die Rote Liste gefährdeter Arten aufgenommen. Der Deutsche Jagdverband hat nun die Jagdstrecke für das Jagdjahr 2018/19 veröffentlicht. Während in Deutschland im Jagdjahr 2017/18 inklusive sogenanntem Fallwild 184’690 Feldhasen getötet wurden, liegt die Zahl für die aktuell veröffentlichte Jagdperiode bei 191’854 getöteten Tieren, das entspricht 7’164 Hasen mehr beziehungsweise einem Anstieg von rund 3,9 Prozent.

Die Tierrechtsorganisation fordert den Deutschen Jagdverband jetzt auf, die Hobby-Jagd auf Hasen umgehend zu stoppen. Andernfalls sieht PETA das Bundeslandwirtschaftsministerium in der Pflicht, eine ganzjährige Schonzeit für die bedrohte Tierart auszurufen.

Die Hobby-Jagd auf die Feldhasen ist als existenzbedrohend für die Spezies anzusehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger einer Tierart so lange nachstellen, bis sie am Rande der Ausrottung steht. Auch Rebhühner wurden im 20. Jahrhundert in manchen Jahren zu Hunderttausenden erschossen und sind heutzutage stark gefährdet. Gleichzeitig töten Hobby-Jäger über 400’000 Füchse mit der absurden Begründung, dass diese angeblich bedrohte Arten gefährden würden. Sollte der Jagdverband den Feldhasen weiterhin nachstellen, muss eine gesetzliche Regelung her.

Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA

Irreführende Argumentation der Hobby-Jägerschaft

Treibjagd in Heinsberg (NRW)

«Fallwild» sind Tiere, die ohne direkte Jagdausübung beispielsweise im Strassenverkehr getötet wurden, sie stellen an der Gesamtjahresstrecke aber nur einen kleinen Anteil dar. Die industrielle Landwirtschaft ist der Hauptfaktor für den Populationsrückgang bedrohter Arten, da sie den Lebensraum der Tiere zerstört. Durch neue Ackerflächen, Monokulturen, Dünger und Pestizide werden für sie überlebenswichtige natürliche Strukturen immer weiter vernichtet, mit der Überdüngung schwindet zudem auch das Nahrungsangebot. Die Tötung von Hunderttausenden Tieren durch die Hobby-Jägerschaft übt zusätzlichen Druck auf die geschwächten Populationen aus und kann diese an den Rand der Ausrottung bringen.

Fälschlicherweise versucht die Hobby-Jägerschaft, den Rückgang der Feldhasesbestände Beutegreifern wie dem Fuchs zuzuschreiben. Füchse ernähren sich jedoch vornehmlich von Mäusen und sind keine Bedrohung für die Hasenpopulation oder für Bodenbrüter. Die Hobby-Jagd auf Füchse hat zudem keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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