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Jagd

Schweizer Hobby-Jäger: Tierquälerei auf der Fuchsjagd

In der Schweiz findet in verschiedenen Kantonen bis tief in den Winter hinein (Ende Februar) die sogenannte Pass- und Fallenjagd für Hobby-Jäger statt.

Redaktion Wild beim Wild — 24. November 2025
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In der Schweiz findet in verschiedenen Kantonen bis tief in den Winter hinein (Ende Februar) die sogenannte Pass- und Fallenjagd für Hobby-Jäger statt.

Bei diesen hinterhältigen Jagdformen werden Füchse, Dachse, Marder, usw. auch in der winterlichen Notzeit von Schweizer Jägern mit Futter (Katzen- und Hundefutter, Jagdabfällen, Innereien, usw.) angelockt, vertraut gemacht und getäuscht, nur um sie sinnlos und zum Spass töten zu können. Eine Tierquälerei sondergleichen.

Wildtiere hinterlassen oftmals einen gut sichtbaren Weg – den sogenannten Pass. Davon rührt auch der Ausdruck Passjagd her, bei der Schweizer Hobby-Jäger das Tier auf seinem Wildwechsel abpassen. Hobby-Jäger verstecken sich dabei hinterhältig und feige, um verschiedene Wildtiere an den von Hobby-Jägern präparierten Futterstellen (Luderplatz) aus Freude am Quälen zu erschiessen (wenn dann der Räuber kommt). An der Niederjagd auf Rabenkrähen, Saatkrähen, Eichelhäher, Elstern, verwilderte Hauskatzen, Waschbären, Marderhunde, Feldhasen, Füchse, Dachse und Co. nehmen in der Schweiz rund 10’000 Hobby-Jäger teil.

Aus Schlafzimmern, Maiensässen, Passhüttchen, ausgestattet mit einem Tarnfensterchen, wird geschossen. Egal, ob es der gesunde Vaterfuchs oder sogar möglicherweise die Mutter der im Bau liegenden Jungen ist. Gejagt werden unsere Füchse in vielen Kantonen durchgehend bis 1. März, ab dem 15. Juni.

Mit Beginn der Paarungszeit ab Anfang Dezember liegen auf der Jagdstrecke mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits tragende Füchsinnen und regelmässig die Fuchsväter. Die fallen dann später als Hauptversorger der jungen Fuchsfamilien aus. Insbesondere bei Nachtansitzen besteht eine grosse Gefahr, die Fähe mit einem Jungfuchs zu verwechseln und letztendlich ein für die Welpenaufzucht zwingend erforderliches Elterntier zu töten. Spätestens ab dem Beginn der Setzzeit der Füchse ist das eine Straftat. Wer jetzt noch Füchse jagt, jagt nicht waidgerecht. Selbst in der Jagdliteratur wird anerkannt, dass der Rüde für die Aufzucht der Jungtiere erforderlich ist. Die Jagdgesetzgebung wird aber dem Umstand nicht gerecht, dass ausgerechnet zwischen Paarungs- und Setzzeit (das ist die Zeit, in der die Jungtiere zur Welt kommen) Fuchseltern besonders intensiv bejagt und getötet werden, was Tierquälerei ist.

Schweizer Hobby-Jäger und Jagdverbände rühmen sich gerne, «waidgerecht» zu jagen. Waidgerecht bedeutet nicht nur, konform mit den Gesetzen zu sein, sondern vielmehr auch, stets den ungeschriebenen Regeln der Jagd zu folgen. Im Jagd-Kodex zur Waidgerechtigkeit aus dem Jahr 2014 erklärt der Schweizer Jagdverband seine Philosophie der Schweizer Jägerinnen und Jäger für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Jagd. Im Folgenden heisst es dort zum Beispiel:

  • Ich vermeide unnötige Beunruhigung des Wildes.
  • Ich vermeide unnötiges Leiden von Tieren.
  • Wo Einstände als Rückgängsgebiete des Wildes beeinträchtigt werden, setze ich mich für die Wildtiere ein.
  • Ich trage Sorge zur Umwelt und setze mich dafür ein, dass Lebensräume geschützt und aufgewertet werden.
  • usw.

Für den Fuchs scheint diese Jagdethik nicht zu gelten. Hier billigen Hobby-Jäger, Jagdverbände und Gesetzgeber selbst das Töten der zur Aufzucht notwendigen Elterntiere! Wir fordern die zuständigen Behörden deshalb auf, durch entsprechende Gesetze oder Schonzeiten unverzüglich den Schutz von Elterntieren während der Paarungszeit und der Zeit der Jungenaufzucht zu gewährleisten, erläutert Carl Sonnthal von der IG Wild beim Wild. Kantone wie Genf, Neuenburg, Waadt, Fribourg, Zug oder Obwalden tun dies bereits teilweise, um dieser Tierquälerei Einhalt zu gebieten.

Wildbiologie bei Füchsen für Schweizer Jäger

Füchse paaren sich nur einmal im Jahr in der sogenannten Ranzzeit. Rüden sind über einen längeren Zeitraum befruchtungsfähig, die Fähe ist hingegen nur wenige Tage empfängnisbereit. Der Rüde (oder mehrere Rüden) folgt einer ausgewählten Fähe über einen längeren Zeitraum, um ihr Abwehrverhalten genau zu diesem Zeitpunkt überwinden zu können. Es können durchaus mehrere Begattungen stattfinden. Es kommt vor, dass sich ein Rüde mit mehreren Fähen paart. Genauso kommt es vor, dass eine Fähe sich mit verschiedenen Rüden paart und die Welpen in einem Wurf dann auch tatsächlich verschiedene Väter haben. Es hängt aber von der lokalen Sozialstruktur ab, ob es solche Konstellationen gibt. Es gibt dazu sogar die Theorie, dass Fähen sich in bestimmten Situationen bewusst mit mehreren Rüden aus der Gegend paaren, um die Welpen zu schützen: Ein Rüde, der sich mit einer Fähe gepaart hat, nimmt deren Welpen als seine Nachkommen an. So wird verhindert, dass er sie als Konkurrenz ansieht und tötet. Zudem wird die Fähe dann möglicherweise auch von beiden Rüden mit Nahrung versorgt, was ein weiterer Vorteil dieses Vorgehens wäre.

Bei einer Tragzeit von 51 bis 54 Tagen und Geburtsterminen Ende Januar muss die Zeit der Empfängnisbereitschaft von manchen Fähen ganz klar schon im November beginnen. Das «Vorspiel» vor der Empfängnisbereitschaft muss dann noch deutlich früher beginnen, vielleicht Ende Oktober. Dass andererseits auch noch Fuchsgeburten im April oder sogar Mai zu verzeichnen sind, zeigt, wie sehr der Zeitpunkt der Empfängnisbereitschaft der Fähen streuen kann. Fakt ist auch, dass in unseren Breiten bereits erste Geburten von Füchsen im Januar stattfinden. Dies wissen wir aus unterschiedlichen Wildtierauffangstationen.

Nicht jede Fähe bringt jedes Jahr 1–6 Junge zur Welt. Generell beteiligen sich weniger junge Fähen an der Fortpflanzung als ältere: In Gebieten, wo Fähen in stabilen Familiengruppen leben, dürften die meisten unfruchtbaren Weibchen rangniedrigere Gruppenmitglieder sein. In Bereichen, wo Fähen üblicherweise abwandern, werden diejenigen, die kein Territorium ergattern konnten, keine Jungen aufziehen (und weil mehr junge Fähen abwandern als ältere, dürfte ein grosser Prozentsatz von diesen abgewanderten Fähen ohne Territorium und daher ohne Junge sein).

Die ca. 80–160 g schweren Fuchswelpen tragen ein wolliges, graubraunes Haarkleid. Nach 12 bis 14 Tagen öffnen die Welpen erstmals die Augen. Sie werden 4 bis 6 Wochen lang gesäugt und verlassen nach Ablauf eines Monats erstmals den Bau. Zu diesem Zeitpunkt hat bereits ein Fellwechsel stattgefunden, die Jungfüchse haben nun die fuchstypische rötliche Farbe.

Sobald die Milchzähne hervortreten, haben die Jungfüchse ein starkes Bedürfnis, auf geeigneten Gegenständen herumzukauen (bei Stadtfüchsen unter anderem Schuhe). Etwa im Alter von 25 Tagen entwickeln sie eine Hierarchie untereinander.

Rüden sind bei der Jungenaufzucht behilflich, indem sie Beute zur Fähe an den Bau bringen. Kommt die Fähe ums Leben, führt manchmal der Rüde die Versorgung der Welpen fort. Teilweise ziehen auch zwei Fähen gemeinsam ihre Jungen in einem Bau auf.

Rotfüchse können während der Jungenaufzuchtszeit besonders empfindlich auf menschliche Anwesenheit reagieren und sollten daher v. a. in dieser Zeit nicht gestört werden.

Füchse und Hunde lassen sich aufgrund verschiedener Chromosomenzahlen (Rotfuchs: 34 bis 38, Haushund: 78 Chromosomenpaare) nicht kreuzen, obwohl beide zur Familie der Hundeartigen gehören.

In freier Wildbahn werden Füchse 10 bis 12 Jahre alt. Der Fuchs lebt in einem Bau, den er sich häufig mit dem Baumeister «Dachs» teilt. Auch alte Kaninchenbauten werden erweitert und bezogen.

Fakten statt Jägerlatein bzw. Tierquälerei

Wissenschaftliche Untersuchungen haben zudem ergeben, dass selbst bei einem Abschuss von drei Vierteln eines Bestands im nächsten Jahr wieder die gleiche Zahl an Tieren da ist. Und so verhält es sich beispielsweise auch mit dem Waschbären. Je stärker Füchse bejagt werden, desto mehr Nachwuchs gibt es – eine wie auch immer geartete «Regulation» von Fuchsbeständen ist weder nötig, noch ist sie mit jägerischen Mitteln überhaupt möglich.

Demnach ist jede Fuchsjagd ein klarer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz, weil es am vernünftigen Grund mangelt. Es gibt seit mehr als 30 Jahren mindestens 18 wildbiologische Studien, die beweisen: Fuchsjagd reguliert nicht und taugt auch nicht zur Seuchenbekämpfung. Im Gegenteil!

Da loben wir uns den Kanton Genf mit einem professionellen Wildtiermanagement ohne Schweizer Hobby-Jäger, aber mit integren Wildhütern. Es werden in Genf keine Füchse, Marder oder Dachse reguliert, nur weil Jagdzeit ist und Tierquäler einem Hobby nachgehen wollen. Dies zeigt sich auch in der eidgenössischen Jagdstatistik. Sicherheit, Tierschutz und Ethik sind die Devise.

Die IG Wild beim Wild findet, dass diese sinnfreien Massaker und Tierquälerei in unser aller Lebensraum nicht zeitgemäss sind, und fordert ein Verbot der gesamten Niederjagd!

Quellen und Studien:

  1. Niederjagd und Krankheiten
  2. Schluss mit der Fuchsjagd in der Schweiz
  3. Wissenschaftliche Literatur
  4. Jäger verbreiten Krankheiten
  5. Jagd fördert Krankheiten
  6. Luxemburg verlängert Fuchsjagdverbot

Update: Stand der Forschung und Rechtslage 2025

Seit der ursprünglichen Veröffentlichung dieses Beitrags vor ein paar Jahren haben neue Studien aus Europa die Kritik an der Fuchsjagd eher bestätigt als entkräftet. Untersuchungen zeigen, dass Fuchspopulationen vor allem durch Lebensraum, Nahrungsangebot und andere menschliche Einflüsse bestimmt werden und nicht durch die Jagd. Lokale Abschussprogramme führen in der Regel nur zu kurzfristigen Rückgängen, die durch erhöhte Reproduktion und Zuwanderung aus Nachbargebieten rasch wieder ausgeglichen werden. Die immer wieder vorgebrachte Behauptung, intensive Bejagung könne Fuchspopulationen langfristig regulieren oder Krankheiten wirksam eindämmen, findet in der neueren Literatur weiterhin keine robuste Stütze.

Auch bei Zoonosen wie Echinokokkose liegt der Schwerpunkt aktueller Empfehlungen auf Monitoring, Hygienemassnahmen und gezielten Entwurmungsstrategien, nicht auf einer flächendeckenden Fuchsjagd.

In der Schweiz wurde das Jagdgesetz zwar revidiert, im Zentrum stehen jedoch vor allem der Umgang mit dem Wolf sowie Wildtierkorridore und Lebensräume. An der grundsätzlichen Praxis der Niederjagd auf Füchse hat sich dadurch wenig geändert. Ein verbindender, schweizweit konsequenter Schutz elterlicher Füchse während Paarungs- und Aufzuchtzeit fehlt weiterhin. Genau diese Lücke führt nach wie vor dazu, dass Tierquälerei auf der Fuchsjagd faktisch toleriert wird.

Dossiers: Fuchs in der Schweiz: Meistgejagter Beutegreifer ohne Lobby | Fuchsjagd ohne Fakten: Wie JagdSchweiz Probleme erfindet

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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