Berner Konvention fordert Verbot der Jagd auf Fischotter
Ein Etappensieg für den Artenschutz: Auf Initiative von Tierschutz Austria hat die Berner Konvention – ein internationales Abkommen zum Schutz europäischer Wildtiere und ihrer Lebensräume – die umstrittene Otterjagd in Kärnten erneut geprüft.
Das Gremium übt in einem offiziellen Schreiben deutliche Kritik an der Kärntner Fischotterverordnung und fordert ein sofortiges Verbot der tödlichen Conibear-Fallen, die Hobby-Jäger benutzen.
Damit stärkt sie den Schutzstatus der streng geschützten Wildtiere und stellt die bisherige Praxis klar infrage.
Ausgangspunkt war eine seit 2022 anhängige Beschwerde von Tierschutz Austria, die die systematische Tötung von Fischottern infrage stellt. Sollten von Seiten Kärntens weiterhin keine ökologisch und rechtlich vertretbaren Alternativen zur Tötung vorgelegt werden, droht Österreich ein Vertragsverletzungsverfahren im Rahmen der Konvention.
Das Präsidium der Berner Konvention kritisiert Kärnten für seine aufgestellte Behauptung bezüglich des Erhaltungszustands der Fischotter in Kärnten. Im Alpenraum, in dem Kärnten liegt, ist der Erhaltungszustand des Fischotters eindeutig ungünstig. Daher könnte die Tötung der Fischotter in Kärnten das Überleben der Art gefährden und sollte daher verboten werden.
Das Präsidium der Berner Konvention fordert Kärnten des Weiteren auf, den Einsatz von Conibear-Fallen oder anderen nicht selektiven Mitteln ganzjährig zu verbieten und – wenn tatsächlich nötig – zuerst andere zufriedenstellende Lösungen zu wählen, wie die Vergrämung und den Schutz von Teichen.
Dieser Erfolg zeigt: Wer sich beharrlich für Artenschutz einsetzt, kann etwas bewegen – auch gegen politischen Widerstand, sagt Michaela Lehner, Leiterin der Stabstelle Recht bei Tierschutz Austria.Ein von uns eingeholtes Gutachten belegt, dass Conibear-Fallen wahllos und grausam töten – sie gehören endgültig verboten.
Auch Leona Fux, Biologin und Artenschutzexpertin bei Tierschutz Austria, mahnt zur ökologischen Vernunft: „Fischotter sind streng geschützt und spielen eine zentrale Rolle in unseren Gewässern. Österreich sollte ihre Rückkehr feiern – doch in Kärnten werden sie erbarmungslos verfolgt, ohne wissenschaftlich tragfähige Grundlage. Das muss aufhören.“
Tierschutz Austria verweist auf das Burgenland als positives Beispiel: Dort wird auf Ottertötungen verzichtet, weil Beratung und Präventionsmassnahmen mit Unterstützung des Landes funktionieren. „Kärnten kann hier viel lernen“, so Fux.
„Die Entscheidung der Berner Konvention ist ein starkes Signal für den Otterschutz – und ein klares Nein zur politischen Willkürjagd auf streng geschützte Arten“
, ergänzt Lehner. „Jetzt liegt es an Kärnten, Verantwortung zu übernehmen.“
Fest steht: Im Alpenraum, in dem Kärnten liegt, ist der Erhaltungszustand des Fischotters nicht günstig. Daher könnte die Tötung der Fischotter in Kärnten das Überleben der Art gefährden und sollte daher verboten sein.
Tierschutz Austria ruft die Bevölkerung dazu auf, mit ihrer Stimme ein Zeichen gegen die Otterjagd zu setzen:
🔗 Petition gegen Fischotterjagd: www.tierschutz-austria.at/fischotter
🔗 Antwort der Berner Konvention im Wortlaut: www.tierschutz-austria.at/bernerkonvention
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →
