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Umwelt & Naturschutz

Belastung von wichtigen Biotope durch Pflanzenschutzmittel

In der Schweiz gibt es über 6000 Moore, Auen, Amphibienlaichgebiete und Trockenwiesen, die als Biotope nationaler Bedeutung geschützt sind. Sie sind wichtig für bedrohte Arten und die Biodiversität. Leider sind sie jedoch durch Pflanzenschutzmittel belastet, die in vielen Gewässern vorkommen.

Redaktion Wild beim Wild — 24. November 2023

Die Zahl der Insekten nimmt ab.

Ebenso die Zahl der Brutvögel, die ihre Jungen mit Insekten füttern. Und von den in der Schweiz heimischen Fröschen, Kröten und Molcharten stehen inzwischen 70 % auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Zu ihrer Rettung wurden Schutzgebiete eingerichtet – die wichtigsten davon sind Schutzgebiete von nationaler Bedeutung.

Die Untersuchung von Amphibienlaichgebieten und Flachmooren zeigt, dass diese wichtigen Biotope mit vielen Pflanzenschutzmitteln belastet sind.

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Vor allem bestimmte Insektizide überschreiten die gesetzlichen Grenzwerte und Qualitätskriterien deutlich.

Ein Nationaler Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln wurde nun vom Bundesrat verabschiedet, um solche Biotope zu schützen. Um das Risiko beurteilen und Massnahmen planen zu können, sind Daten zur Umweltbelastung notwendig. Eine Pilotstudie hat neun Amphibienlaichgebiete und drei Flachmoore untersucht. Dort wurden monatlich Proben genommen und auf insgesamt 96 Pflanzenschutzmittel analysiert.

Die Untersuchung hat ergeben, dass in allen Gewässern Pflanzenschutzmittel gefunden wurden. Die Grenzwerte der Gewässerschutzverordnung wurden in der Hälfte der Biotope bis zu 25-fach überschritten. Besonders häufig wurde das Insektizid Cypermethrin gefunden. Dieses wird unter anderem im Kartoffel-, Rüben-, Raps-, Gemüse- oder Obstanbau eingesetzt. Erstaunlicherweise auch das Insektizid Chlorpyrifos, obwohl der Wirkstoff seit 2020 verboten ist. Es wurden auch andere Pflanzenschutzmittel gefunden, die die Qualitätskriterien überschritten.

Es ist besorgniserregend, dass die Pflanzenschutzmittel selbst in geschützte Biotope eindringen. Es gibt verschiedene Eintragswege, wie zum Beispiel Wasser, Oberflächenabfluss, Drainagen oder luftgetragene Partikel. Die Pestizide verbreiteten sich nicht nur übers Wasser, sondern auch über die Luft, hat die Studie gezeigt.

Es ist wichtig, die gefährdeten Ökosysteme angemessen zu schützen. Weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie auf der Projekt-Webseite.

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