Bauern gegen mehr Herdenschutz
Nach dem Scheitern des neuen Jagdgesetzes an der Urne soll eine Revision der Jagdverordnung einen leichteren Abschuss von Wölfen erlauben.
Nach dem Scheitern des neuen Jagdgesetzes an der Urne soll eine Revision der Jagdverordnung einen leichteren Abschuss von Wölfen erlauben.
SVP will tiefere Abschussschwellen
Für die SVP ist die Schadenschwelle für einen Wolfsabschuss in der Vorlage des Bundesrates zu hoch. Sie will die Schwelle von zehn Nutztierrissen innert eines Monats halbieren. Auch die neuen Anforderungen an den Herdenschutz bekämpft die SVP.
Bauernverband gegen mehr Herdenschutz
Der Schweizerische Bauernverband stösst ins gleiche Horn. Höhere Anforderungen an den Herdenschutz sind für ihn nicht akzeptabel. Der Jägerinnen- und Jägerverband Jagdschweiz begrüsst die schnelle Lösung mit der Verordnung.
Für die FDP ist die vorläufige Stärkung des Herdenschutzes zweckmässig. Die Mitte begrüsst die Vorlage, bezweifelt aber, ob die gesenkte Abschussschwelle die Wölfe auch ausreichend scheu hält.
Herdenschutz bringt Lösung
SP, Grüne, Grünliberale und die Naturschutzorganisationen setzen auf mehr Herdenschutz. In einer gemeinsamen Stellungnahme halten Pro Natura, BirdLife Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz und WWF Schweiz fest, die Vorlage erfülle den Volkswillen. Der Naturschutz vermisst in der Vorlage die Bedeutung des Wolfes für den Berg- und Schutzwald, wo der Beutegreifer durch Risse von Schalenwild die natürliche Waldverjüngung fördert.
Der Schweizer Tierschutz (STS) bezeichnet die Verordnung als «ungenügende Kosmetik».
Grüne für mehr Hirtinnen und Hirten
Die Grünen unterstützen die Vorlage in weiten Teilen. Insbesondere müsste die Behirtung der Herden mittels höherer Direktzahlungen gefördert werden. Die Grünliberalen fordern ein Ende der Hobby-Jagd auf bedrohte Tierarten wie Waldschnepfe, Birkhuhn, Alpenschneehuhn und Feldhasen. Die Änderungen in der Jagdverordnung sollen am 15. Juli 2021 in Kraft treten.
Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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