Volksverblödung im Kanton Aargau
Der IG Wild beim Wild war es immer schon ein grosses Anliegen, die Jägerschaft bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.

Auf Schloss Habsburg durften 58 neue Hobby-Jäger als erfolgreiche Absolventen der Jagdprüfung ihren Fähigkeitsausweis entgegennehmen.
Schwierig sei der Theorieteil gewesen, laut Urs Wunderlin, dem Präsident der Jagdprüfungskommission. 70 Personen seien dort angetreten, 58 bestanden die Prüfung. «Das Leistungsniveau war hoch», sagte Wunderlin den Absolventinnen und Absolventen des Jagdlehrganges. «Ihr seid die neuen Gesichter der Jagd», fügte Wunderlin an. Die neuen Hobby-Jäger sollen in ihren Gemeinden mitmachen und dem «Ansehen des Jägers ein neues Gesicht geben».
«Kein Spaziergang»
«Die Jagdausbildung ist kein Spaziergang», betonte auch Regierungsrat Stephan Attiger. «Sie erfordert viel Zeit, Fleiss und Nerven.» In der Jagd lerne man ein Leben lang, gab er zu bedenken. Auch die Jagd verändere sich. Als wichtigen Auftrag der Jagd bezeichnete er den Kontakt zur Bevölkerung, aber auch aufzuzeigen, was die Jagd leistet.
Fakten statt Jägerlatein
Immer mehr Grossstadtmenschen zieht es aus ihrem Büro raus in die freie Natur – nicht nur zur Erholung, sondern auch für den Naturschutz. Würde man hier mehr sinnvolle Angebote zur Entschleunigung anbieten, müssten sie nicht bei der Jagd enden, absacken und verblöden.
Ein normaler Mensch will nicht erst einen Waffenschein machen müssen, um Biotope aufzuwerten oder Wildtiere mit Anstand, Respekt sowie Ehre zu hegen und pflegen. Hobby-Jäger retten im Frühling Rehkitze, damit sie ihnen im Herbst den Schuss antragen können.
Das fröhliche Auf-die-Schulter-klopfen bei dem Hobby-Jäger sieht heute beispielsweise bei den Füchsen so aus: obwohl jeder normale Wildbiologe weiss (und unzählige Studien und Fallbeispiele darauf hinweisen), dass auch die unsinnige Fuchsjagd ein vorgeschobenes Märchen ist – Jägerlatein eben.
An der Stelle des Fuchses kann man jedes beliebige Wildtier so hinlegen, nach der Hege und Pflege mit diesem militanten Hobby-Jäger.
Ja, Hobby-Jäger verbreiten sowohl bei den Menschen als auch bei den Wildtieren unsägliches Leid, Terror und Elend. Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird von Jagdverbänden gefördert, hat unlängst ein Gericht in Bellinzona bestätigt. Wegen Hobby-Jägern leiden Wildtiere. Nicht selten richten Hobby-Jäger ihre Waffen auch auf Menschen an.
Laut Studien fördern und verbreiten Hobby-Jäger sogar Krankheiten.
Hobby-Jäger tun sich schwer, wenn sie sich in der aufgeklärten Gesellschaft erklären müssen. Sie sind ungenügend, bis gar nicht gebildet. Und so watscheln die meisten Jagdscheininhaber mit folgender Einstellung durch die Natur:
- Raubzeug muss man erlegen
- Wildtiere sind Obst, das nur darauf wartet, geerntet zu werden
- Ökologie sei: den Boden, Grundwasser und Wildtiere mit der Munition zu vergiften
- im Wald möglichst viel Lärm zu veranstalten
- Pelz ist Mode
- Fleischkonsum sei gesund und dem Mensch angeboren
- Hobby-Jagd und Tierquälerei sind Tierschutz
- Alkohol und andere Drogen gehören zur Gaudi an der Flinte
- Jägerlatein ist Wissenschaft
- Hobby-Jagd sei tiefe Meditation
- Töten sei ein Gebot Moses
- Hobby-Jäger seien die Anwälte für die Wildtiere
- usw.
Hobby-Jäger werden von Beamten geschädigt
An der Stelle, wo Gewalt sich entlädt, werden genauso Schäden verursacht, wie am Punkt, auf den sie gerichtet ist. Und dies denkbar konkret auf neuronaler Ebene. Wissenschaftler haben dies bei Untersuchungen an Soldaten oder Serienkiller herausgefunden. Auch Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern auffällig zurückgebildet oder gestört. Ist dieser zentrale Teil des Gehirns defekt, ist unter anderem das Ekelgefühl ausgeschaltet.
Wer den Jagdschein macht, erhält also immer zweierlei: ein Schein fürs Töten und ein Schein fürs Verblöden.
«Waidgerecht» hat auch nichts mit Tierschutz zu tun. Die Waidgerechtigkeit der Hobby-Jäger widerspricht diametral dem Tierschutzgesetz. Waidgerecht ist vom Tierschutzgesetz ungefähr so weit entfernt, wie eine Kuh vom Fahrradfahren. Die heutige Hobby-Jagd ist im Grunde schlichtweg kriminell. Nur ist unser Rechtssystem noch nicht so weit, dies im Strafrecht zu berücksichtigen.
Da loben wir uns den Kanton Genf mit einem professionellen Wildtiermanagement ohne Hobby-Jäger, aber mit integren Wildhütern. Am Genfersee gibt es Rebberge und andere Kulturen, wie in der Restschweiz auch. Offenbar haben sie dort aber menschliche und ethische Ansätze im Umgang mit Wildtieren und intelligente Massnahmen, um Kulturen zu schützen. Wildhüter veranstalten auch keine Treibjagden oder benötigen dazu Jagdhunde. Es werden in Genf keine Füchse, Marder, Dachse, Vögel usw. reguliert, nur weil Jagdzeit ist. Dies zeigt sich auch in der eidgenössischen Jagdstatistik. Dafür finden praktische Vergrämungsmassnahmen und sinnvolle Aufklärung und Hilfestellungen sowie Weiterbildung in der Bevölkerung mit den Wildhütern statt. Sicherheit, Fachwissen, Tierschutz und Ethik sind die Devise.
Immer wieder werden aus dem Hobby-Jäger-Milieu Dinge behauptet, die bei einer genauen Analyse ihren Ursprung in der Jagdliteratur und derartigen unwissenschaftlichen Quellen haben. Das liegt vor allem an der häufig unzulänglichen Ausbildung in den Kursen zur Jägerprüfung, die überwiegend von teils Fanatikern mit sektenartigem Gedankengut durchgeführt werden und keinen regulären Qualifikationsnachweis brauchen. Nach der Ausbildung bewegt sich der Hobby-Jäger nur noch im Echoraum der Jagdpresse, die seine schiefen und oft auch falschen Darstellungen stetig wiederholt.
In den Jagdvereinen bestätigt man sich dann gegenseitig in seiner Sicht der Dinge. Auf diese Weise ist eine abgeschottete und militante Gruppierung entstanden, die für neue Informationen kaum zugänglich ist. Das Fatale dabei ist, dass Lokalpresse und Politik immer noch glauben, unter dem Jägerhut stehe Sachwissen bereit, weshalb sie bei allen Naturthemen gerne den örtlichen Hobby-Jäger befragen. So kontaminieren die Hobby-Jäger dann auch noch den öffentlichen Raum.
Insbesondere bei der Hobby-Jagd und den Hobby-Jägerinnen und Jägern ist es elementar, dass die Bevölkerung ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten und Fake-News manipuliert. Gewalt und Lügen gehören zur gleichen Münze. Die Hobby-Jagd ist seit Jahrzehnten nichts anderes als eine permanent kostenintensive Baustelle, Flickenteppich und Streitpunkt für Politik, Forst- und Landwirtschaft, Verwaltungen, Justiz, Krankenkassen, Versicherungen, Tierschutz-, Umwelt- und Naturschutzorganisationen, Polizei, Bund, Medien, usw.
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