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Jagd

Wieder erschiesst Hobby-Jäger ein Pferd

Ein Hobby-Jäger hat offenbar versehentlich ein Pferd in Schwallungen getötet. Schwallungen ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen.

Redaktion Wild beim Wild — 9. August 2024

Demnach meinte der Hobby-Jäger, ein Wildschwein auf einer Wiese erspäht zu haben, und gab einen Schuss ab.

Er hat aber ein Pferd getroffen. Laut einer Zeitung zeigte sich der Mann daraufhin selbst an. Die Behörde ermittelt. Auch die zuständige Waffenbehörde ermittelt den Vorfall und mögliche Konsequenzen.

Ähnlicher Jagdunfall vor wenigen Monaten

Es ist erst vor wenigen Monaten in Oberschönau, ebenfalls im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, zu einer ähnlichen Verwechslung gekommen. Ein Hobby-Jäger schoss von einem Hochsitz aus auf einen vermeintlichen Hirsch, wobei er dabei ein Pferd traf. Das Tier stand hinter mehreren Bäumen und verendete nach dem Schuss. Auch dieser Schütze meldete sich bei der Polizei.

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Die IG Wild beim Wild weist darauf hin, dass Hobby-Jäger jedes Jahr mehrere Dutzend Menschen verletzen oder in Einzelfällen töten und Hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zufügen. Die Tierrechtsorganisation fordert die Politik auf, ein Verbot der Hobbyjagd zu beschliessen. Zudem müsse dem verantwortlichen Schützen umgehend der Jagdschein und die Waffenbesitzkarte entzogen werden.

In den vergangenen Jahren sorgten bereits zahlreiche schwere Jagdunfälle für Empörung. Erst im Mai wollte ein Hobby-Jäger einen Fuchs in Aholming töten und traf die Wand eines Wohnhauses. Die Gewehrkugel landete im Schlafzimmer unter dem Bett der Anwohner. Anfang April schoss ein Hobby-Jäger in die Wand eines Aufenthaltsraumes einer Firma, im Januar wurde eine Joggerin in Sachsen bei einer Treibjagd angeschossen. Mitte November verletzte in Thüringen ein Hobby-Jäger seinen Jagdpartner mit einem Schuss ins Gesicht. Anfang November starb in Nordrhein-Westfalen ein 82-jähriger Landwirt, nachdem er während einer Treibjagd beim Traktorfahren von einem Schuss getroffen wurde. Im vergangenen August wurde ein 54-Jähriger in Nordrhein-Westfalen von einer Gewehrkugel am Kopf getroffen, die von einem 83-jährigen Jagdteilnehmer abgeschossen wurde. Er musste mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Anerkannte Studien belegen, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. Auch englische Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass sich insbesondere Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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