Bedrohte Frösche erleben Populationsexplosion in der Schweiz
Vom Aussterben bedrohte Frösche erleben eine Populationsexplosion in der Schweiz. Gezielte Schutzprogramme zeigen erstaunliche Erfolge.
Die Populationen aller bedrohten Froscharten in der Schweiz «explodierten», als Wissenschaftler eine einfache Teichbauaktion starteten.
Zu den Nutzniessern gehörten insbesondere die Laubfrösche, deren Zahl sich seit 1999 vervierfacht hat, ebenso wie die Zahl der Gebiete, in denen sie vorkommen.
422 Teiche als Rettungsprogramm im Aargau
Obwohl im Schweizer Kanton Aargau strenge Schutzgesetze für eine Reihe von Frosch-, Molch- und Krötenarten gelten, wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob die Wiederherstellung von Lebensräumen den ständig sinkenden Beständen neue Impulse verleihen könnte.
Im Jahr 1999 wurde in Zusammenarbeit mit der Aargauer Regierung, gemeinnützigen Organisationen, Freiwilligen und Landbesitzern ein 20-jähriges Programm zum Bau von 422 Teichen in fünf Regionen des Aargaus gestartet.
Die meisten Frösche brauchen kleine Tümpel, die sich auf natürliche Weise in den Kurven langsam fliessender Gewässer bilden.
Erholung bei über der Hälfte der Arten
Von den acht gefährdeten Arten konnten 52 % ihre regionalen Populationen erhöhen und 32 % stabilisieren.
«Der Verlust von Lebensraum ist eines der Hauptprobleme, und allein durch die Bekämpfung dieses Problems konnten wir den Unterschied erkennen und die Erholung dieser Arten einleiten», erklärte die Hauptautorin der Studie, Dr. Helen Moor, gegenüber BBC News. «Die wichtigste Botschaft ist, dass es sich lohnt, etwas zu tun, auch wenn es sich überwältigend anfühlt.»
Eine der Arten, die sich besonders stark erholt hat, ist der Laubfrosch. Dieser winzige Frosch kann auf der Suche nach einem geeigneten Lebensraum für die Eiablage mehrere Kilometer zurücklegen.
Neue Teiche als Schlüssel zum Artenschutz
Frösche brauchen neue Teiche, um dorthin zu wandern, da Raubtierarten schliesslich in bestehende Teiche eindringen, um ihre Kaulquappen zu fressen. Die wenigen Tümpel, die es vor dem Projekt gab, waren oft von diesen Raubtieren besetzt.
Die Wissenschaftler glauben, dass diese einfache Massnahme des Teichbaus zur Wiederherstellung von Amphibienpopulationen in vom Menschen dominierten Landschaften beitragen kann. Das Beispiel zeigt, dass Naturschutz ohne Abschuss wirksam ist – ein Prinzip, das auch das Genfer Modell seit 1974 erfolgreich belegt.
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