1’000 weitere Arten vom Aussterben bedroht
Die Liste der vom Aussterben bedrohten Arten ist innerhalb eines Jahres um mehr als 1000 Einträge länger geworden.
Mehr als 45’000 Arten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht – 1’000 mehr als im Vorjahr.
Das hat die Weltnaturschutzunion IUCN berichtet. Letzte Woche hat das Team die aktualisierte Rote Liste der bedrohten Arten veröffentlicht.
In ihrem 60. Jahr warnt die IUCN vor dem Aussterben von Tieren und Pflanzen, hebt aber auch Erfolge im Artenschutz hervor. Die Liste umfasst nun insgesamt 163’040 Arten, die unterschiedlich stark bedroht sind. Das sind etwa 6’000 mehr als im Vorjahr. Unter ihnen sind nun auch die Copiapoa-Kakteen aus der Küstenwüste Atacama in Chile, der Borneo-Elefant und die Rieseneidechse von Gran Canaria.
Für die Entwicklung werden die Folgen des Klimawandels, invasive Arten und menschliche Aktivitäten wie der illegale Handel und der Ausbau von Infrastruktur verantwortlich gemacht.
Die weltweit grösste lebende Echse, der Komodowaran in Indonesien, ist stärker bedroht als bisher gedacht. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft ihn auf ihrer Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten neu als «stark gefährdet» ein. Damit rückt er auf der Skala des Aussterbens eine Stufe höher.
Dem Komodowaran setzt nach IUCN-Angaben der Klimawandel zu. Durch steigende Meeresspiegel verschwinde in den nächsten 45 Jahren wohl ein Drittel seines Lebensraums: Die bis zu drei Meter langen Allesfresser leben seit Millionen Jahren im Osten Indonesiens, im Komodo-Nationalpark und auf der angrenzenden Insel Flores. Es gibt nach Schätzungen noch rund 6’000 Tiere.
Bedrohte Borneo-Elefanten
Seit diesem Jahr stehen auch die Asiatischen Elefanten in Borneo als gefährdet auf der Liste. Es wird geschätzt, dass noch 1’000 Borneo-Elefanten in freier Wildbahn leben.
Die Population ist in den vergangenen 75 Jahren vor allem zurückgegangen, weil immer mehr Wald in Borneo abgeholzt wurde. Damit haben Menschen den Grossteil des Lebensraums der Elefanten zerstört. Konflikte mit Anwohnern, Lebensraumverlust durch Landwirtschaft und Holzplantagen, Bergbau und Infrastrukturentwicklung, Wilderei, Exposition gegenüber Agrochemikalien und Verkehrsunfälle bedrohen ebenfalls die Art, teilte die IUCN mit.
Bessere Nachrichten bei den Thunfischen
Die Bestände von vier der sieben populärsten Thunfischarten haben sich nach Jahrzehnten mit Schutzmassnahmen erholt. Fischfangquoten und konsequente Massnahmen gegen illegale Fischerei zeigten Wirkung.
Die IUCN schätzt zum Beispiel, dass die Zahl der aus dem Mittelmeer stammenden Blauflossen-Thunfische (Thunnus thynnus) innerhalb der vergangenen vier Jahrzehnte um 22 Prozent gestiegen ist. Diese Art war bisher als «stark gefährdet» gelistet, verbesserte sich aber gleich um drei Stufen. Sie gilt jetzt gar nicht mehr als gefährdet. Das gilt auch für den Weissen Thun (Thunnus alalunga) und den Gelbflossen-Thun (Thunnus albacares), die sich um eine Stufe verbesserten. Leicht erholt hat sich auch der Bestand des nach wie vor stark gefährdeten südlichen Blauflossen-Thunfischs (Thunnus maccoyii), der von Kategorie 6 auf 5 gestuft wurde.
Die IUCN setzt sich für Natur- und Artenschutz ein. Sie hat mehr als 1’300 Mitglieder, darunter Ministerien, Bundesämter, Naturschutzverbände und Forschungsinstitute. Die IUCN hält zurzeit in Marseille ihren Artenschutzkongress ab.
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