6. April 2026, 14:33

Geben Sie oben einen Suchbegriff ein und drücken Sie Enter, um die Suche zu starten. Drücken Sie Esc, um den Vorgang abzubrechen.

Jagd

Töten für den guten Zweck?

PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Januar geht an den Jagdverband „Hegering Molbergen“ für deren Taubenjagd-Spendenaktion für ein Kinderhospiz.

Redaktion Wild beim Wild — 13. Februar 2025

Der Jagdverband «Hegering Molbergen» im Landkreis Cloppenburg veranstaltet jedes Jahr eine grossangelegte Taubenjagd.

Seit einigen Jahren sammelt der Verband dabei auch Spenden für ein örtliches Kinderhospiz. Bei der sogenannten Gesellschaftsjagd wurden allein dieses Jahr von den Teilnehmenden 460 Tauben getötet, in den vergangenen Jahren waren es sogar meist etwa 500 bis 700 Tiere. Weil die Hobby-Jäger nur den todkranken Kindern Empathie entgegenbringen, das von ihnen verursachte Leid der Vögel aber ausblenden, verleiht PETA dem «Hegering Molbergen» ihren Negativpreis «Speziesismus des Monats» Januar. Ein typisches Beispiel für das Tierschutzproblem der Hobby-Jagd.

«Gesellschaftliches Engagement ist sehr begrüssenswert, allerdings sollten dafür keine Tiere ihr Leben lassen müssen. Die Veranstaltenden erkennen leider nicht den Widerspruch darin, über die einen grosses Leid zu bringen, um anderen zu helfen. Das Ziel der Spendengenerierung liesse sich auch auf anderem, unblutigem Weg erreichen», so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. «Es ist speziesistisch, das Recht auf Leben allein aufgrund der Angehörigkeit zu verschiedenen Spezies unterschiedlich auszulegen. Daher verleihen wir dem Hegering Molbergen unseren Negativpreis – in der Hoffnung, bei den Verantwortlichen ein Umdenken bewirken zu können.»

Hobby-Jagd auf Tauben meist nur Belustigung

Insbesondere Ringeltauben gehören zu den überwiegend getöteten Tieren in Deutschland. Allein in der Jagdsaison 2023/24 wurden rund 260’000 Tauben von Hobby-Jägern erschossen. Oftmals wird der Abschuss von ganzen Schwärmen damit gerechtfertigt, dass die Tauben Wildschäden auf Getreidefeldern verursachen würden. Wissenschaftliche Belege dafür bleibt die Hobby-Jägerschaft jedoch schuldig. In Wahrheit wird die Hobby-Jagd auf Tauben jedoch ausschliesslich zum Vergnügen der Hobby-Jägerschaft durchgeführt. Auch kann revierlosen Hobby-Jägern mit einer Sondergenehmigung bei Taubenjagden eine Gelegenheit zum Töten gegeben werden. Wie Studien belegen, scheitert die Hobby-Jagd als Populationskontrolle.

PETAs Negativpreis «Speziesismus des Monats»

Auch im Jahr 2025 zeichnet PETA wieder monatlich Personen, Unternehmen oder Produkte, die sich als besonders speziesistisch und tierfeindlich gezeigt haben, mit dem Negativpreis «Speziesismus des Monats» aus. Nach einem Jahr wird für den skandalösesten Fall unter den bisherigen «Gewinnern» der Titel «Speziesismus des Jahres» verliehen, der in einer öffentlichen Abstimmung ermittelt wird. So hatte kürzlich der Bayerische Jagdverband den Jahrespreis 2024 für seine «Tierwohltäter»-Kampagne erhalten; im Jahr zuvor ging der Titel an Prinz Marcus. PETA möchte mit dem Preis die Gesellschaft für das Thema Speziesismus sensibilisieren und zum kritischen Reflektieren, Umdenken und tierfreundlichen Handeln anregen. Denn speziesistisches Denken schafft die Grundlage dafür, dass Tiere für menschliche Zwecke wie selbstverständlich benutzt, gequält und getötet werden. Mehr zu den Jagdmythen.

Speziesismus – die Diskriminierung anderer Arten

Analog zu den Begriffen Rassismus und Sexismus beschreibt Speziesismus eine Form der Diskriminierung – genauer gesagt, die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden und in sogenannte Haus- und Nutztiere unterteilt: So werden unter anderem Hunde und Katzen liebevoll umsorgt, Schweine, Rinder und Hühner hingegen getötet und gegessen. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur «falschen» Spezies werden Tiere zu Forschungsobjekten, Nahrungsmitteln, Bekleidungsmaterial oder Spielzeug herabgestuft. Dabei können sie alle Freude und Leid empfinden und haben daher ein Interesse daran und ein Recht darauf, zu leben und nicht verletzt zu werden. PETA vertritt eine antispeziesistische Sichtweise und betont, dass diese Gemeinsamkeit aller empfindungsfähigen Lebewesen entscheidend ist, wenn es darum geht, wer moralische Rechte hat. Tiere haben dasselbe Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit wie Menschen.

Sie können mit Barmherzigkeit allen Tieren und unserem Planeten helfen. Wählen Sie Mitgefühl auf Ihrem Teller und in Ihrem Glas. Go vegan.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden