27. Juli 2026, 05:21

Suchen

Kriminalität & Jagd

Tönnies: PETA erstattet Strafanzeige gegen Schlachtbetrieb

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Redaktion Wild beim Wild — 29. Juni 2020

Im Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück wurde das Coronavirus bereits bei mehr als 1’500 Mitarbeitern nachgewiesen. PETA sieht die Ursache des explosionsartigen Infektionsanstiegs in der systematischen Ausbeutung von Menschen und Tieren.

Die Qualen der Tiere aufgrund der bei Tönnies angewandten leidvollen Kohlenstoffdioxid-Betäubung sowie die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten sind seit Jahren bekannt, ohne dass bislang wesentliche Veränderungen eingeleitet wurden.

PETA wirft der Unternehmensleitung vor, Corona-Infektionen und eine potenzielle Krankheitsverbreitung wissentlich in Kauf genommen zu haben. Wegen des Verdachts der vorsätzlichen gefährlichen Körperverletzung und des Verstosses gegen das Infektionsschutzgesetz hat die Tierrechtsorganisation daher nun bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld Strafanzeige gegen die Geschäftsführung von Tönnies erstattet.

Petition

Keine Luchsabschüsse im Wallis

Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

Jetzt unterschreiben →

«Der Corona-Skandal bei Tönnies zeigt wieder einmal, dass der Profit in dieser Branche über das Wohl von Menschen, Tieren und der Allgemeinheit gestellt wird – offenbar werden dabei auch geltende Gesetze und gesellschaftliche Moralvorstellungen missachtet», so Sandrina König, Justiziarin und Tierärztin bei PETA. «Die Gewalt gegenüber fühlenden Lebewesen im System der industriellen Tierhaltung muss endlich ernsthaft mit allen rechtlichen und politischen Möglichkeiten verfolgt werden.» Solche Fälle sind ein systemisches Tierschutzproblem.

Tatbestand auch ohne COVID-19-Erkrankung erfüllt

In ihrer Anzeige weist PETA darauf hin, dass bereits die Infektion mit SARS-CoV-2 wegen der potenziellen Gefährlichkeit der Krankheit COVID-19 eine Gesundheitsschädigung im Sinne des Tatbestandes der gefährlichen Körperverletzung ist – unabhängig davon, ob Infizierte tatsächlich erkranken. Die Organisation kritisiert scharf, dass Tönnies für die Gewinnmaximierung bis zum Produktionsstopp wissentlich weitere Infektionen riskiert hat. PETA warnt zudem vor drohenden Tierschutzproblemen durch die Corona-bedingte Schliessung des Tönnies-Schlachthofes: Denn die zur Schlachtung vorgesehenen Schweine können in den Mastbetrieben nicht mehr länger versorgt werden.

Tönnies verweigert seit Jahren dringend notwendige Veränderungen

Noch im Mai sprach sich Geschäftsführer Clemens Tönnies gegen die Abschaffung des Werkvertragssystems in der Fleischindustrie aus, das die Hauptursache für die schlechten Lebensbedingungen der Mitarbeiter ist. Trotz eindeutiger Studienergebnisse der eigenen Forschungsstiftung verweigert das Unternehmen seit Jahren auch die Umstellung des Betäubungssystems für Schweine auf weniger leidvolle Methoden. Bei Tönnies werden täglich 20’000 Schweine mit Kohlenstoffdioxid betäubt, obwohl bekannt ist, dass diese Praxis heftige Erstickungsgefühle, Atemnot und Todesangst hervorruft. Noch bevor die sensiblen Tiere bewusstlos werden, zeigen sie ihr Leid durch deutliche Abwehrreaktionen wie Fluchtversuche, Zurückdrängen oder Kopfschütteln.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

LASS UNS IN VERBINDUNG BLEIBEN!

Wir möchten dir gerne die neuesten Neuigkeiten und Angebote im Newsletter zukommen lassen.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden