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Jagd

Tierschützer fordern Reform des Jagdgesetzes in Deutschland

Die Landesregierung plant eine Überarbeitung des niedersächsischen Jagdgesetzes. Die Ausbildung von Jagdhunden am lebenden Tier soll eingeschränkt werden. Am Donnerstag hat die Landesjägerschaft in Hannover demonstriert.

Redaktion Wild beim Wild · 30. Januar 2025

Etwa zeitgleich mit den Hobby-Jägern versammelten sich auch Tierschützerinnen und Tierschützer vor dem Landtag.

Nach Angaben der Polizei nahmen rund 250 Menschen an einer Gegendemonstration teil, zu der der Wildtierschutzbund Deutschland aufgerufen hatte.

Ministerin vor Jagdlobby eingeknickt

Die Tierschützerinnen und Tierschützer warfen Ministerin Staudte vor, vor der «Jagdlobby eingeknickt» zu sein – es gebe beim Tierschutz keine Verbesserungen. Auch der Naturschutzbund NABU hatte zuvor zum Protest aufgerufen. Das Eckpunktepapier zum niedersächsischen Jagdrecht war zuvor scharf kritisiert worden.

Veraltetes Jagdgesetz aus dem letzten Jahrhundert

Im Aufruf sprachen sich die Tierschützerinnen und Tierschützer für eine Überarbeitung des Jagdgesetzes aus. «Grosse Teile der aktuellen Gesetzgebung stammen noch aus der Mitte des letzten Jahrhunderts», hiess es zuvor vom NABU. Sie spiegelten weder das gesamtgesellschaftliche Ziel «mehr Tierschutz» noch den aktuellen Stand der Forschung in ausreichendem Masse wider. Wie Studien belegen, scheitert die Hobby-Jagd als Populationskontrolle.

Der Landestierschutzverband wirft der Landesjägerschaft vor, Entscheidungsträger einschüchtern zu wollen. Zudem kritisiert der Verband die rot-grüne Koalition dafür, von den im Koalitionsvertrag vereinbarten Zielen abgerückt zu sein. Das widerspreche den Grundpfeilern der Demokratie. Mehr zum Tierschutzproblem der Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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