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Wildtiere

Sehnsucht nach Freiheit mit dem Leben bezahlt

Heute entkamen ein Bär, zwei Löwen, ein Jaguar und zwei Tiger aus ihren Gehegen im Eifel-Zoo in Lünebach. Der Bär wurde erschossen; ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr konnte die anderen Wildtiere mit einer Drohne auf dem Zoogelände aufspüren und wieder einfangen. Anwohner waren zur Vorsicht aufgerufen und sollten ihre Wohnungen nicht verlassen. PETA übt scharfe Kritik an den Zoo-Verantwortlichen. Durch die artwidrige Haltung in viel zu

Redaktion Wild beim Wild — 1. Juni 2018

Heute entkamen ein Bär, zwei Löwen, ein Jaguar und zwei Tiger aus ihren Gehegen im Eifel-Zoo in Lünebach. Der Bär wurde erschossen; ein Grossaufgebot von Polizei und Feuerwehr konnte die anderen Wildtiere mit einer Drohne auf dem Zoogelände aufspüren und wieder einfangen. Anwohner waren zur Vorsicht aufgerufen und sollten ihre Wohnungen nicht verlassen. PETA übt scharfe Kritik an den Zoo-Verantwortlichen. Durch die artwidrige Haltung in viel zu kleinen Gehegen nutzen Wildtiere jede sich ihnen bietende Gelegenheit, ihrem Gefängnis zu entkommen. Da sie ausschliesslich zu Unterhaltungszwecken eingesperrt werden, fordert die Tierrechtsorganisation ein Ende der Haltung exotischer Tiere in Zoos und Tierparks.

Sehnsucht nach Freiheit mit dem Leben bezahlt

«Die Tiere wollten frei sein und eines von ihnen bezahlte dafür nun mit seinem Leben. Weitere Ausbrüche oder tödliche Unfälle können künftig nur verhindert werden, wenn die Tiere nicht mehr für die Schaulust von Besuchern eingesperrt werden», so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

Überfluteter Eifel-Zoo
Ein Unwetter hat den Zoo komplett geflutet. Ein Fluss ist über die Ufer getreten und hat Zäune unterspült. Dadurch konnten die Wildtiere ausbrechen.

Immer wieder Ausbrüche und tödliche Folgen

Immer wieder kommt es in Zoos zu Unfällen und Ausbrüchen von gefährlichen Tieren mit teils tödlichen Folgen. Allein seit Anfang 2012 konnten in verschiedenen Einrichtungen mindestens sieben Mal Grosskatzen aus ihren Gehegen entkommen, zuletzt 2017 ein Luchs aus der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen. 2016 brachen sowohl im Zoo Leipzig als auch im Wildpark Johannismühle jeweils zwei Löwen aus. In Leipzig wurde eines der Tiere bei seinem Fluchtversuch erschossen.

In Gefangenschaft geborene Grosskatzen können nicht wieder ausgewildert werden, daher trägt die Haltung in Zoos nicht zum Artenschutz bei. Während Tiger und Löwen in freier Wildbahn ein Revier von vielen Quadratkilometern bewohnen, sind die Tiere in Zoo-Gefangenschaft zu einem qualvollen Leben auf wenigen Quadratmetern verdammt. Artwidrige Haltungsbedingungen und schwere Verhaltensstörungen sind dort eher die Regel als die Ausnahme. Mehr zu Tierrechten und Wildtieren.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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