Schweizer stimmten für Verstümmelung der Kühe
Das Anliegen war vielen sympathisch, eine Mehrheit fand sich dafür trotzdem nicht. Das Stimmvolk hat die Hornkuh-Initiative am Sonntag mit 54,7 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Rund 187’300 Stimmende sagten Nein, 159’200 legten ein Ja in die Urne. Das Ständemehr verfehlte die Initiative ebenfalls. Mindestens 12 Standesstimmen sind für eine Verfassungsänderung nötig, die Hornkuh-Initiative erreichte nur deren
Kuh mit Horn
Das Anliegen war vielen sympathisch, eine Mehrheit fand sich dafür trotzdem nicht.
Das Stimmvolk hat die Hornkuh-Initiative am Sonntag mit 54,7 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Rund 187’300 Stimmende sagten Nein, 159’200 legten ein Ja in die Urne. Am deutlichsten stimmten städtisch geprägte Kantone zu. In Genf kam die Initiative auf 59,9 Prozent Ja, in Basel-Stadt auf 56,8 Prozent.
Doch dort, wo tatsächlich Kühe gehalten werden, sagte die Bevölkerung tendenziell Nein. In Freiburg betrug der Anteil Nein-Stimmen 66,2 Prozent, in Appenzell Innerrhoden 66 Prozent.
Bescheidener Beitrag
Die Initianten regten an, dass es pro Kuh mit Hörnern jährlich 190 Franken geben sollte, für eine Ziege 38 Franken. Rund 200’000 Kälbern lassen die Schweizer Bauern jedes Jahr die Hörner entfernen. 90 % aller Kühe in der Schweiz haben schon keine Hörner mehr.
Die Natur habe die Kühe mit Hörnern geschaffen, begründete der Bergbauer Armin Capaul seine Initiative. Der Mensch habe kein Recht, die Tiere zu verstümmeln.
Sicherheit im Stall
Für die Gegner gibt es jedoch gute Gründe für die Enthornung. Das Horn dient nicht nur als Kopfschmuck, sondern auch als Waffe. In Freilaufställen brauchen Kühe mit Hörnern mehr Platz, was Mehrkosten im sechsstelligen Bereich verursachen kann.
Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann warnte vor einem Eigengoal für das Tierwohl: Tiere mit Hörnern würden wegen der Verletzungsgefahr wieder vermehrt in Anbindeställen gehalten. Mehr zu Tierrechten.
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