Gericht: Veganfleisch ist nicht irreführend
Die Zürcher Firma Planted darf ihre Produkte weiterhin mit Tierbezeichnungen anschreiben. Dies hat das Verwaltungsgericht entschieden.
Planted Foods gewinnt vor Gericht
Ein Gericht in der Schweiz hat entschieden, dass die von einem Hersteller pflanzlicher Lebensmittel verwendeten «fleischhaltigen» Produktbezeichnungen und Etiketten für die Verbraucher nicht irreführend sind.
Das Verfahren wurde im Auftrag des Kantonalen Laboratoriums Zürich eingeleitet. Es wies ein veganes Unternehmen namens Planted Foods, das in Kemptthal seinen Sitz hat, an, Begriffe wie «Huhn» und «Schweinefleisch» nicht mehr zu verwenden.
Das Unternehmen Planted Foods rekurrierte daraufhin bei der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich und schliesslich beim Verwaltungsgericht, mit Erfolg.
Das Verwaltungsgericht hob die Klage im Dezember 2022 auf. In seinem Urteil heisst es, dass Planted Foods durch die Verwendung der Begriffe «vegan» und «vegetarisch» deutlich macht, dass seine Produkte nicht tierischen Ursprungs sind. Ausserdem weisen Wörter wie «Huhn» auf den Verwendungszweck des Produkts hin.
Durch die Angabe einer Tierbezeichnung auf den Produkten könne den Konsumentinnen und Konsumenten der Verwendungszweck des Lebensmittels erläutert werden. Dieser werde erst durch Hinweise «wie Poulet» oder «wie Schwein» klar. Die Sachbezeichnung «pflanzliches Lebensmittel aus Erbsenprotein» sei hingegen nicht geeignet, dem Publikum aufzuzeigen, dass dieses Lebensmittel wie Fleisch verwendet werden könne. Es liege somit keine Täuschung vor.
93 % erkennen veganes Produkt
Im Juli 2021 gab Planted Foods eine Umfrage unter 777 Personen in Auftrag. 93 % der Befragten erkannten, dass «Planted Chicken» ein veganes Produkt ist. Schweizer Einkäufer können also zwischen Fleisch und veganen Produkten unterscheiden.
Ein ausführlicher Bericht der Organisation ProVeg ergab, dass 80 % der britischen Verbraucher der Meinung sind, dass Produkte, die als vegan, vegetarisch oder pflanzlich gekennzeichnet sind, «offensichtlich» kein Tierfleisch enthalten.
Kampf gegen Kennzeichnungsverbote
Länder, die ein Verbot der Kennzeichnung pflanzlicher Lebensmittel einführen wollen, stossen auf grossen Widerstand. Frankreich und Südafrika versuchten 2022, ein weitreichendes Verbot von «fleischhaltigen» veganen Etiketten einzuführen. Beide Streitigkeiten wurden jedoch aufgrund von Interventionen der Obersten Gerichte ausgesetzt.
In Frankreich hob der Conseil d’État vorübergehend ein Verbot für einheimische pflanzliche Hersteller auf, ihre Produkte mit fleischlichen Begriffen zu kennzeichnen. In Südafrika spielte sich eine ähnliche Serie von Ereignissen ab, als das Oberste Gericht in Johannesburg eingriff und das Verbot im August aussetzte.
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