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Tierwelt

Schweiz: Vogelwelt in 100 Jahren stark verändert

Raubwürger, Rebhuhn und Rotkopfwürger: Vor 100 Jahren sah die Vogelwelt der Schweiz laut einem neuen Bericht der Vogelschutzorganisation Birdlife noch ganz anders aus. Viele Arten sind heute gefährdet oder ausgestorben. Andere siedelten sich neu in der Schweiz an.

Redaktion Wild beim Wild — 25. Januar 2023

Hundert Jahre sind weltgeschichtlich keine lange Zeit. Und doch hat sich die Schweiz in dieser kurzen Zeitspanne so stark verändert wie nie zuvor.

«Niemand kann sich heute mehr an diese Zeit zurückerinnern», sagt Beat Wartmann, Vizepräsident von BirdLife Schweiz. «Deshalb ist es auch den meisten Menschen gar nicht bewusst, wie dramatisch schlecht es den Vögeln heutzutage geht.»

Brachvogel, Raubwürger und Steinkauz verschwunden

Die Analyse, die in der Zeitschrift Ornis erschienen ist, zeigt, dass die Kulturlandschaft vor 100 Jahren noch vielen spezialisierten Arten einen Lebensraum bot. Kiebitz, Grosser Brachvogel, Bekassine und Rotschenkel brüteten noch in Feuchtgebieten. Rebhuhn, Grauammer, Raubwürger oder Braunkehlchen waren im Mittelland häufig.

«Diese Arten halten uns den Spiegel vor», sagt Wartmann. «Sie zeigen, was wir an Artenvielfalt verloren haben, denn mit ihnen sind auch unzählige andere Arten und ganze Lebensräume verschwunden.»

Aufgrund besserer Jagdgesetze erholten sich zudem mehrere Reiher- und Greifvogelarten, die früher rigoros verfolgt worden waren.

Anbauschlacht und Meliorationen

Dennoch stehen heute 60 % der Vögel auf der Schweizer Roten Liste. Verheerend war die Landwirtschaftspolitik, beginnend mit der «Anbauschlacht» während des Zweiten Weltkriegs: 60’000 ha Land wurden entwässert, 11’000 ha Wald gerodet und 80’000 ha Land melioriert. Über 90 % der Feuchtgebiete sind bis dato verschwunden.

Riesiger Handlungsbedarf

Es braucht endlich eine Landwirtschaftspolitik, die eine nachhaltige Bewirtschaftung inklusive qualitätsvollen Massnahmen für die Biodiversität ermöglicht. Weniger als 10 % der Schweizer Landesfläche stehen bisher unter Schutz. Um die Biodiversität zu erhalten, müssen ca. 30 % der Fläche gesichert werden, wie auch die internationale Staatengemeinschaft am Weltnaturgipfel COP15 festgehalten hat. Mehr zum Thema Umwelt und Naturschutz.

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