Referendum gegen Jagdgesetz steht: 70’000 Unterschriften
Innert kurzer Zeit konnten 70'000 Unterschriften gegen die Revision des Jagd- und Schutzgesetzes gesammelt werden,

Das Referendum gegen das völlig missratene Jagdgesetz kommt zustande und wird am 9. Januar 2020 bei der Bundeskanzlei eingereicht. Damit hat das Stimmvolk das letzte Wort.
Seit dem 8. Oktober haben Umwelt- und Tierschutzorganisationen mehr als 70’000 Unterschriften gesammelt. Notwendig gewesen wären 50’000 innert 100 Tagen. Damit ist klar, dass das Referendum zustande komme. Die Sammelfrist läuft am 16. Januar ab.
Nach einem Nein könne das neu zusammengesetzte Parlament die Chancen für den Artenschutz angehen, die bei der vorliegenden Revision des Jagdgesetzes verpasst worden seien, liess sich Pro Natura-Zentralsekretär Urs Leugger-Eggimann, Präsident des Trägervereins des Referendums, in der Mitteilung zitieren.
Wolfabschuss ohne vorherige Schutzmassnahmen
Der Schutz der Wölfe und anderer Arten soll gemäss Parlamentsmehrheit in der Schweiz mit dem revidierten Jagdgesetz gelockert werden. Die Lockerung des Schutzes soll sogar stärker werden, als der Bundesrat vorgeschlagen hatte.
Künftig sollen die Behörden die Bestandsregulierung erlauben dürfen, ohne dass Wölfe Schaden angerichtet haben und ohne dass zuvor Schutzmassnahmen ergriffen werden müssen. Auch in Jagdbanngebieten, neu Wildtierschutzgebiete genannt, sollen Wölfe nicht sicher sein.
Einseitige Interessen statt Artenschutz
Diese Lockerung diene in einer Zeit von Biodiversitätsverlust und Artensterben einseitig Interessengruppen und schwäche den Schutz gefährdeter Tierarten, statt ihn zu stärken.
Der Trägerverein für das Referendum gegen das missratene Jagdgesetz rechnet sich mit Blick auf die Abstimmung gute Chancen aus. Dabei beruft er sich auf Umfragen, wonach eine deutliche Mehrheit präventive Abschüsse ablehnt.
Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd
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