Neuaufteilung der Jagdaufsicht Appenzell Innerhoden
Im Juni wurde bekannt, dass das Verhältnis zwischen Jägern und Jagdverwalter in Innerrhoden angespannt ist. In einem Schreiben an den Kanton warfen zwei freiwillige Jagdaufseher Ueli Nef unter anderem Amtsmissbrauch und Tierquälerei vor. Die Standeskommission liess die Vorwürfe durch einen unabhängigen Fachexperten prüfen.
Die Standeskommission hat zur Überprüfung der Jagdorganisation eine Projektgruppe eingesetzt.
Interessenkonflikt bei der Jagdaufsicht
Ein Prüfungspunkt betrifft die Frage, wie mit der Jagdaufsicht umzugehen ist, wenn der Vorsteher des Bau- und Umweltdepartements selber aktiv der Hobby-Jagd nachgeht. Die Standeskommission hat nun beschlossen, dass in diesen Fällen vorübergehend die Verantwortung für jagdliche Administrativmassnahmen beim Stellvertreter liegen soll.
Im Zuge der bestehenden Unruhe im kantonalen Jagdbereich hat die Standeskommission beschlossen, die heutige Jagdorganisation zu überprüfen. Dem Jagdaufseher wurde unter anderem Machtmissbrauch vorgeworfen.
Rechtsfreiheit in den Wäldern
Die Hobby-Jagd ist in Strukturen eingebunden, die demokratische Regeln konterkarieren. Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger sind oftmals Leitende der kantonalen Jagdbehörden, entscheiden in eigener Sache über Auslegung, Anwendung und Sanktionen jagdlicher Vorgänge. In den Wäldern herrscht weitgehend Rechtsfreiheit. Alternativen zur Bejagung werden nahezu nicht in Erwägung gezogen.
Die gewachsenen Sozialstrukturen vieler Wildtierarten, vor allem der Wildschweine, werden durch die Hobby-Jägerschaft zerschossen. Leittiere, welche die Vermehrungsraten kontrollieren, sind in den Rotten und Verbänden kaum noch vorhanden.
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