Luxemburg: Fuchsjagd wird verboten
Die Regierung in Luxemburg hat das Verbot der Fuchsjagd um ein weiteres Jahr verlängert.

Laut Camille Gira, Staatssekretär im Nachhaltigkeitsministerium, gebe es keine Gründe, das bestehende Reglement abzuändern. Auch der «conseil supérieur de la chasse» habe in einem Gutachten einstimmig grünes Licht gegeben.
«Ich bin zufrieden mit dem Umstand, dass auch Landwirte und Hobby-Jäger keine grösseren Probleme mehr mit dem Verbot haben», so Gira.
Insgesamt wurden 148 Fuchskadaver im Rahmen einer Untersuchung eingesammelt, meist handelte es sich um überfahrene Tiere. Bei rund einem Drittel wurde der Fuchsbandwurm festgestellt, keines war von Tollwut befallen. «Es sind dies normale Durchschnittswerte», so Gira. Es seien auch in der Praxis keine grösseren Probleme wie Bevölkerungsexplosion oder Reissen von Tieren festgestellt worden.
In einem einzigen Fall wurde ein Hühnerzüchter mehrmals von dem gleichen Fuchs heimgesucht und es entstand grösserer Schaden. Das Tier wurde daraufhin erlegt.
Des Weiteren wurde beschlossen, künftig schallgedämpfte Gewehre für die Hobby-Jagd zuzulassen.
Update 9.6.2016: Fuchsjagdverbot ist rechtens – nun haben es die Hobby-Jäger auch in Luxemburg schwarz auf weiss.
Am 29. Februar wäre das einjährige Jagdverbot für Füchse abgelaufen. Doch am Freitag wurden bereits zwölf weitere Monate draufgepackt.
Der Streit um die Fuchsjagd kann in die nächste Runde gehen. Die Luxemburger Regierung hat am Freitag beschlossen, dass das Verbot zur Fuchsjagd ein weiteres Jahr bestehen bleibt. Ursprünglich sollte die Schonfrist am 29. Februar ablaufen.
Nun gab die Regierung bekannt, dass eine Expertengruppe die Lage noch einmal einschätzen soll. Sind die Bedenken der Hobby-Jäger berechtigt oder nicht? Zudem soll die neue Runde die Fuchspopulation im Auge behalten und jährlich 150 bis 200 Kadaver auf Krankheiten untersuchen. Die Regierung behält sich vor, das Verbot jederzeit wieder aufzuheben, sollte dies hinsichtlich einer Gesundheitsgefährdung erforderlich sein.
Nach dem ersten Verbot im vergangenen Jahr brach bei den Hobby-Jägern ein Sturm der Entrüstung aus. Mit einer Petition gingen sie dagegen vor. Diese war auch sehr erfolgreich und erhielt über 10’000 Unterschriften. Dadurch durften die Verantwortlichen auch in der Chamber vorsprechen – offenbar haben die Argumente nicht zu einem Umdenken geführt.
Der Mouvement écologique begrüsst die Verlängerung des Jagdverbotes auf den Fuchs. Die Umweltorganisation bezweifelt Aussagen, laut denen die Fuchspopulation jetzt explodieren würde. Dafür fehle jeder wissenschaftliche Beleg.
Richtig sei vielmehr, dass Fuchs und Mensch sich durch das immer weitere Eindringen des Menschen in den Lebensraum öfter begegnen würden. So seien Aussiedlerhöfe regelrechte Futtermagneten für die Tiere. Katzenfutter, Komposthaufen und Abfälle würden die Tiere in die Städte locken.
Fuchsbandwurm kein wirkliches Problem
So leben zum Beispiel im Stadtgebiet von Zürich rund 800 Füchse. Probleme mit der Hygiene gab es dort keine, weil einfache Massnahmen wie Händewaschen ausreichen.
Bei zwei Krankheitsfällen pro Jahr in Europa ist auch der Fuchsbandwurm trotz seiner Gefährlichkeit kein wirkliches Problem. Zudem sind auch Hunde und freilaufende Katzen Träger dieses Parasiten. Der Fuchs als Mäusefresser verhindert zudem das Ausbreiten von Krankheiten wie Hanta oder Borreliose.
Wissenschaftliches Gremium begrüsst
Die Bekämpfung der Tollwut habe gezeigt, dass die intensive Bejagung nicht zu einem Rückgang der Population führt. Mehr Bejagung führe nur zu einer schnelleren Vermehrung der Tiere, so das Mouvement.
Der Umweltverband begrüsst das Einsetzen eines wissenschaftlichen Gremiums, um die Entwicklung der Fuchspopulation zu beobachten. Man sei auch weiterhin für die Bejagung bestimmter Wildarten, um das ökologische Gleichgewicht zu wahren. Auf den Fuchs treffe dies aber in keiner Weise zu.
Update: 21.4.2015
Die Hobby-Jäger setzen ihren Kampf gegen das Fuchs-Jagdverbot im Parlament fort. Auch die Fuchsjagd-Gegner lassen nicht locker. 11’000 Unterschriften wurden bereits gesammelt.
Von April an dürften in Luxemburg zunächst für ein Jahr keine Füchse mehr geschossen werden. Der Grund: Füchse würden sich selbst regulieren und von ihnen gehe keine Gefahr für Mensch noch Natur aus, heisst es aus dem Umweltministerium. Die Hobby-Jäger laufen seit der Bekanntgabe dieser Regelung Sturm. Der Jagdverband FSHCL hat in jüngster Vergangenheit eine Anhörung zum Thema Fuchs-Jagdverbot im Parlament erreicht. Die Hobby-Jäger befürchten durch das einjährige Verbot einen drastischen Anstieg der Fuchspopulation in Luxemburg, der zu einer Erhöhung der Fuchsbandwurm-Infektionen führen könne.
Als Reaktion auf den rezenten «Geländegewinn» der Hobby-Jäger bezüglich des Verbots, hat nun die Tierrechtsaktivistin Alix Rassel zusammen mit der Facebook-Gruppe «Luxemburg for Foxes» und dem Wildtierschutz Deutschland e.V. etwa 11’000 Unterschriften für die Beibehaltung des umstrittenen Fuchsjagdverbots gesammelt. In einem Presseschreiben am Dienstag führt sie Argumente gegen die Befürchtungen der Hobby-Jäger an.
Wissenschaftler widerlegen Befürchtungen der Hobby-Jäger in Luxemburg
So ist Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland e.V. der Auffassung, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, Füchse zu jagen. Kauertz spricht von zahlreichen wissenschaftlichen Dokumentationen, die die Argumente des Jagdverbands FSHCL widerlegen.
Der Jagdverband glaubt unter anderem, dass ein Verbot die Fuchsbestände erheblich steigern würde. Ein Beispiel, dass dies nicht so ist, würde ein Fall aus Grossbritannien beweisen. Hier war nämlich 2001 die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Daraufhin durften während eines Jahres keine Füchse mehr gejagt werden. Nachdem das Verbot aufgehoben worden war, stellten Wissenschaftler entgegen vieler Befürchtungen aber fest, dass die Fuchsbestände sich keineswegs vergrössert hatten.
Ausserdem stützen sich die Jagdgegner auf eine wissenschaftliche Studie, die belegt, dass die Geburtenraten in den Fuchspopulationen zurückgehen. Wissenschaftler sprechen hier von den «flexiblen Sozialstrukturen» des Rotfuchses.
Hobby-Jäger befürchten eine Fuchsplage. Tierschützer widersprechen.
Nach Auskunft von Premierminister Xavier Bettel wird demnächst die Fuchsjagd komplett verboten. Innerhalb von Dörfern und Städten sollen Füchse mit Fallen gefangen werden. Der Jagdverband und die Landwirtschaftskammer sind empört über diesen Entschluss und befürchten eine Fuchsplage.
«Es ist davon auszugehen, dass sich die Fuchspopulation in Luxemburg verdoppeln oder verdreifachen wird. Das Verbot der Jagd ist daher verantwortungslos», heisst es in einer Stellungnahme. Es sei zu befürchten, dass die Tiere auf Gärten und Spielplätze gedrängt werden, wo sich Menschen durch Exkremente infizieren könnten. Rund ein Drittel der Füchse seien vom Fuchsbandwurm befallen.
Die Hobby-Jäger und Landwirte argumentieren ausserdem mit dem Tierschutz. Viel mehr Füchse würden Vogelarten bedrohen, die auf dem Boden brüten. Ihre Nester seien diesen Tieren schutzlos ausgeliefert.
Schlechte Erfahrungen hätten die Niederlande mit dem Verbot der Fuchsjagd gemacht. Nachdem die Zahl der Füchse sich verdoppelt hatte, musste sie wegen massiver Probleme nach vier Jahren wieder eingeführt werden, heisst es in dem Schreiben.
Tierschützer widersprechen Hobby-Jägern in Luxemburg
Tierschützer argumentieren, dass sich Fuchsbestände von selbst regulieren würden. Wenn es zu wenig Nahrung gibt, gebe es weniger Nachwuchs. Werden die Bestände zu klein, würden die Füchse mehr Nachwuchs bekommen.
Auf der Internetseite wildtierschutz-deutschland.de heisst es beispielsweise: «Die Hobby-Jagd begünstige hohe Fuchsbestände und habe keinen oder nur marginalen Einfluss auf den Bestand von Bodenbrütern.» Entgegen der Behauptungen von Hobby-Jägern spielten auch vom Fuchs ausgehende Krankheiten für den Menschen und sein Umfeld nur eine untergeordnete Rolle. «Die Tollwut ist ausgemerzt, die Wahrscheinlichkeit, sich über den Fuchsbandwurm zu infizieren, ist weitaus geringer als ein 6er im Lotto.»
Update März 2026: Das Fuchsjagdverbot in Luxemburg besteht weiterhin. Die luxemburgische Regierung hat den Bann 2024 ausdrücklich bestätigt. Die Befallsrate des Fuchsbandwurms ist nach dem Jagdverbot sogar gesunken. Die IG Wild beim Wild hat einen Mustertext für das Verbot der Fuchsjagd in Schweizer Kantonen veröffentlicht.
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