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Italiens grösste Jagdmesse wegen Besorgnis über Artenvielfalt abgesagt

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Vicenza, eine Stadt im Norden Italiens, wird nicht mehr Gastgeber der grössten Jagdmesse des Landes sein: der HiT Show (Hunting Individual Protection Target Sports).

Die Italian Exhibition Group (IEG), die Messen und Kongresse in ganz Italien organisiert, hat angekündigt, dass die Jagdmesse nicht mehr in ihren Kalender in Vicenza aufgenommen wird.

In einer allgemeinen Mitteilung, in der die Neuerungen für dieses Jahr vorgestellt werden, werden „ökologische Werte“ als Grund für die Nichtwiederaufnahme der Jagdmesse genannt.

Die HiT Show ist die grösste Jagdmesse Italiens. Sie zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern an. Darüber hinaus stellen rund 500 Aussteller eine Vielzahl von Waffen, Jagdtrophäen und anderen Utensilien rund um den Blutsport aus. Auch aufgrund des Vorhandenseins von Waffen hat die Jagdmesse mehr als ein paar Kontroversen ausgelöst.

Wir begrüssen die Entscheidung der IEG, die HiT Show, Italiens grösste Jagdmesse mit jährlich 40’000 Besuchern und Hunderten von internationalen Ausstellern, nicht mehr zu organisieren.

IG Wild beim Wild

Die Absage der HiT Show wird als „schwerer Schlag“ für den Trophäenjagdsektor angesehen. Darüber hinaus ist sie ein deutliches Zeichen dafür, dass die öffentliche Meinung diese Praxis nicht mehr unterstützt.

Laut einer durchgeführten Umfrage lehnen 88 % der Italiener die Trophäenjagd auf Wildtiere ab. Trophäenjäger aus der Europäischen Union töten weltweit Tausende von Wildtieren, darunter auch gefährdete oder bedrohte Arten.

Die Umweltkosten der Trophäenjagd

Die Trophäenjagd gilt als Bedrohung für die Artenvielfalt, da die Hobby-Jäger häufig exotische Arten töten. Je seltener ein Tier ist, desto prestigeträchtiger ist seine Erlegung, wodurch bereits geschützte oder gefährdete Tiere stärker vom Aussterben bedroht sind.

Einige Fraktionen behaupten jedoch, dass die Trophäenjagd durch Populationskontrolle und steuerpflichtige Einkünfte die Bemühungen um den Naturschutz unterstützt. Sie behaupten ausserdem, dass diese zur Unterstützung von Umweltinitiativen verwendet werden können.

Diese Behauptung wird weithin in Frage gestellt. Experten weisen darauf hin, dass durch die Zerstörung beeindruckender Exemplare ganze Arten vom Aussterben bedroht sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Populationen geschwächt werden, wodurch sie anfälliger für die Auswirkungen der Klimakrise werden.

Robert Knell, ein Forscher an der Queen Mary University in London, sagte dazu: „Wenn sich die Umweltbedingungen ändern – Verschiebung der saisonalen Niederschläge oder wärmere Temperaturen – steigt das Risiko des Aussterbens dramatisch an, selbst bei einer gesunden Population von Tieren, die von der Trophäenjagd scheinbar nicht betroffen sind. Wenn sie jedoch getötet werden, bevor sie ihre ‚guten Gene‘ verbreiten können, verringert dies die allgemeine Fitness und Widerstandsfähigkeit der Population.“

Trophäenjäger haben es häufig auf die grössten und fittesten Exemplare einer Art abgesehen, um sich die ästhetisch beeindruckendsten Trophäen zu sichern.

Forderungen nach einem weltweiten Verbot der Trophäenjagd

Um der Trophäenjagd Einhalt zu gebieten, haben 137 Naturschutz- und Tierschutzgruppen Anfang dieses Jahres eine Kampagne gestartet. Sie fordern ein weltweites Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen, denn wenn die Hobby-Jäger keine Andenken an ihre Tötungen behalten können, werden sich weniger Naturfrevler an der Jagd beteiligen.

Behauptungen, dass die Trophäenjagd die Artenvielfalt fördert, kann wissenschaftlich nicht bestätigt werden.

Italien war in der Vergangenheit ein wichtiger Importeur von Trophäen geschützter Arten. Das Land hat zwischen 2014 und 2020 437 Artefakte von anerkannten geschützten Arten eingeführt hat. Darunter befand sich auch ein vom Aussterben bedrohtes Spitzmaulnashorn als Andenken.

Veranstaltungen wie die Jagdausstellung Hit Show boten eine Plattform für solche Importe, aber nun nicht mehr.