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Kriminalität & Jagd

Italien: Fleisch-Mafia hinter bestialischer Wolf-Exekution

Sechs Monate, nachdem ein Wolf getötet und an einer Bushaltestelle in Coriano aufgehängt worden war, konnten die mutmaßlichen Urheber dieses abscheulichen Vorfalls ausfindig gemacht werden. Umfangreiche Ermittlungen der Forstabteilung der Carabinieri führten zu zwei Männern – 82 und 43 Jahre alt – welche beide zu einem großen landwirtschaftlichen Betrieb von Coriano di Rimini, eine Ortschaft

Redaktion Wild beim Wild — 16. Mai 2018
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Sechs Monate, nachdem ein Wolf getötet und an einer Bushaltestelle in Coriano aufgehängt worden war, konnten die mutmasslichen Urheber dieses abscheulichen Vorfalls ausfindig gemacht werden. Umfangreiche Ermittlungen der Forstabteilung der Carabinieri führten zu zwei Männern – 82 und 43 Jahre alt – welche beide zu einem grossen landwirtschaftlichen Betrieb von Coriano di Rimini, einer Ortschaft im bergigen Hinterland des bekannten Touristenortes, gehören.

Überwachungskameras führten auf die Spur

Getöteter Wolf Rimini

Schon am Tag, nachdem einige Schülerinnen und Schüler, die sich zum Unterricht begeben wollten, den schrecklichen Fund gemacht hatten, nahmen die Behörden die Ermittlungen auf. Die Bilder mehrerer Überwachungskameras der Umgebung brachten die Carabinieri schon bald auf die richtige Spur. Auf den Videos war ein weisser Volkswagen Transporter zu erkennen, wie er gegen 4:00 Uhr in der Früh – wenige Stunden vor dem Auffinden des toten Wolfs – in der Nähe der Bushaltestelle aufhielt.

Dank einer Auswertung der Liste der Telefongespräche entdeckten die Ermittler, dass in jenen Stunden ein 43-jähriger Angestellter des Betriebes versucht hatte, mit dem 82-jährigen Vater des Inhabers Kontakt aufzunehmen. Bei der darauffolgenden Durchsuchung des Volkswagen Transporters stellten die Carabinieri im Frachtraum Wolfshaare und Blutspuren sicher.

Illegale Schlachtungen und Tierquälerei aufgedeckt

Daraufhin nahmen die Beamten den ganzen Hof in Augenschein und konnten dabei mehrere Straftaten wie Misshandlung von Tieren, illegale Schlachtungen, Haltung von gefährlichen Tieren bis hin zu illegaler Müllablagerung feststellen. Wegen dieser schweren Vergehen wurden der 43-Jährige und der 82-Jährige auf freiem Fuss angezeigt.

Was hingegen den toten Wolf selbst anbelangt, sollen einige Wolfsangriffe auf die Herden des landwirtschaftlichen Betriebs das Tatmotiv gewesen sein. Der Wolfsattacken auf die eigenen Schafherden überdrüssig, sollen die Besitzer entschieden haben, zu dieser aufsehenerregenden Form der Selbstjustiz zu greifen. Der Wolf wurde, so die Ermittler, zuerst mit Brodifacoum – einem starken Rattengift – vergiftet und dann mit Stöcken erschlagen. Eine Autopsie des Wolfskadavers ergab, dass dem Tier der Schädel eingeschlagen und der Körper des Wolfs mit einer Gabel durchbohrt worden war. Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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