Glarus: Hobby-Jäger bringen Regierung zum Einlenken
Die Glarner Regierung hat ihre Beschlüsse über neue Wildschongebiete und die Zulassung der Hobby-Jagd in Banngebieten aufgehoben. Grund war der massive Widerstand der Hobby-Jägerschaft. Mehr zur Hobby-Jagd in der Schweiz.
Die Glarner Regierung hat die vor zwei Jahren gefassten Beschlüsse über neue Wildschongebiete und die Zulassung der Jagd in Banngebieten aufgehoben. Grund war der entschlossene Widerstand der Hobby-Jägerschaft.
Anfang 2014 beschloss der Glarner Regierungsrat, sechs bis acht neue Wildschongebiete ab der Jagd 2016 auszuscheiden. Ziel war es unter anderem, die Verteilung des Rotwildes über den Kanton zu sichern und neue Brunftplätze zu schaffen. Als Kompensation für die Jagdeinschränkungen wurde die Hobby-Jagd in den Eidgenössischen Jagdbanngebieten zur Reduktion des Rotwildes teilweise geöffnet.
Widerstand der Hobby-Jägerschaft
Allerdings machte die Regierung bei der Beschlussfassung die Rechnung ohne die Hobby-Jägerschaft: Die hatte sich in der Vernehmlassung strikte gegen zusätzliche Wildschongebiete ausgesprochen und rechtliche Schritte angedroht, falls die Regierung ihre Pläne in die Tat umsetzen sollte.
Nun ist die Regierung umgeschwenkt. Die Exekutive teilte am Dienstag mit, vor dem Hintergrund der nur zögerlichen Unterstützung des Konzepts durch die Gemeinden und wegen des grossen Widerstandes der Hobby-Jägerschaft werde auf die Einführung der geplanten Wildschongebiete vorerst verzichtet. «Obschon die Richtigkeit der Wildschongebiete gutachterlich bestätigt» worden sei, unterstrich die Regierung.
Auf der anderen Seite ist für die diesjährige Hobby-Jagd keine Teilöffnung der Eidgenössischen Jagdbanngebiete mehr vorgesehen. Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre hätten gezeigt, dass der erwartete Jagderfolg ausgeblieben sei. In den Schutzgebieten sei nur wenig Rotwild geschossen worden.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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