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Bildung

Fuchsbandwurm: Gefahren und Präventionsmassnahmen

Noch immer wird der Fuchsbandwurm als Argument benutzt, um die Jagd auf Füchse zu rechtfertigen. Dabei ist die durch ihn ausgelöste Erkrankung – die alveoläre Echinokokkose – eine der seltensten Parasitosen Europas. Aufgrund des direkten Kontakts zu Füchsen zählen vor allem jagende Personen und bei der Jagd eingesetzte Hunde, aber auch Tierpräparatorinnen und Tierpräparatoren zur Risikogruppe.

Redaktion Wild beim Wild — 7. August 2024

Menschen ohne Jagdschein haben kaum etwas zu befürchten.

Die Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm erfolgt hauptsächlich durch den Kontakt mit infizierten Füchsen. Die Symptome dieser Krankheit können Jahre benötigen, um sich zu zeigen, aber wenn sie auftreten, können sie schwerwiegend sein. Dazu gehören Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Gelbsucht und allgemeines Unwohlsein.

Der Fuchsbandwurm, wissenschaftlich Echinococcus multilocularis, ist ein parasitärer Wurm, der primär bei Füchsen vorkommt, aber auch auf Hunde und Katzen übertragbar ist. Mäuse, Ratten und andere Nagetiere dienen dem Wurm als Zwischenwirt. Werden die Kleintiere von Hund, Katze oder Fuchs gegessen, findet der Parasit in ihnen einen idealen Endwirt. Diese Parasitenart kann beim Menschen die lebensbedrohliche Krankheit alveoläre Echinokokkose verursachen, indem sie Leber, Lunge und seltener andere Organe befallen. Eine Aufnahme von Wurmeiern führt nicht automatisch zu einer Erkrankung. In den meisten Fällen wehrt das Immunsystem die Parasiten ab. Laut den Landesforsten Rheinland-Pfalz erkrankt nur einer von neun Menschen, die die Eier aufgenommen haben, an der alveolären Echinokokkose 

„Die Angst vor einer Ansteckung durch den Fuchsbandwurm ist praktisch unbegründet. Laut der Uniklinik Ulm ist die alveoläre Echinokokkose mit bundesweit 40 bis 70 Neuerkrankungen pro Jahr sehr selten. Es gibt zudem keine Anhaltspunkte, dass der Parasit durch den Verzehr von wildwachsenden Beeren oder Pilzen übertragen wird“, so Peter Höffken von Peta. „Die Jagdausübung, bei der in Deutschland jährlich fast eine halbe Million Füchse getötet und teils gehäutet werden, ist dagegen ein grosser Risikofaktor für eine Ansteckung mit der Zoonose.“

Die Prävention von Fuchsbandwurminfektionen umfasst Massnahmen wie regelmässiges Händewaschen, besonders nach Kontakt mit Tieren und die Entwurmung von Haustieren. Ferner ist es wichtig, Wildfleisch vor dem Verzehr ausreichend zu erhitzen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Auch wenn es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass der Verzehr von am Boden wachsendem Obst oder Gemüse eine Fuchsbandwurmerkrankung auslöst, empfiehlt es sich grundsätzlich, Früchte aus Wald und Garten vor dem Verzehr gründlich zu waschen und stark verunreinigte Pflanzenteile dabei zu meiden.

Die Bekämpfung des Fuchsbandwurms erfordert eine umfassende Herangehensweise, die die Aufklärung der Bevölkerung über die Risiken und Präventionsmassnahmen umfasst. Fuchskot im Garten sollte mit einer Schaufel oder mit Handschuhen entfernt werden. Um eventuelle Erreger abzutöten, empfiehlt es sich, die Fundstelle mit heissem Wasser zu übergiessen.

Es ist wichtig, dass Menschen in Jägerhaushalten, die mit Fuchsbandwurmrisiko leben oder arbeiten, sich der potenziellen Gefahren bewusst sind und entsprechende Vorsichtsmassnahmen ergreifen, um einer Infektion vorzubeugen.

Hobby-Jäger töten jedes Jahr unzählige Füchse. Jagdverbände schüren ungerechtfertigt Ängste vor dem Fuchs als Parasitenüberträger, um die Fuchsjagd rechtfertigen zu können. Wissenschaftliche Studien haben jedoch bewiesen, dass die Jagd auf die Tiere den Fuchsbandwurm weiterverbreitet und die Infektionsgefahr erhöht, statt den Parasiten einzudämmen – ähnlich wie bei der mittlerweile durch tierfreundliche Impfköder besiegten terrestrischen Tollwut.

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