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Jagd

Hobby-Jäger erschiesst Pferd: Fachkräftemangel im Revier

Für Wildschwein gehalten? Hobby-Jäger erschiesst Pferd.

Redaktion Wild beim Wild — 10. Februar 2024

Stute mit Wildschwein verwechselt

In Oberhausen im Ruhrgebiet hat wieder ein Hobby-Jäger versehentlich ein Pferd erschossen.

Er soll die Stute mit einem Wildschwein verwechselt haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

«Es war wie Mord», sagt die Pferdebesitzerin weinend und völlig aufgelöst. Und fragt sich immer wieder, wie das passieren konnte. Ihre Haflinger-Stute «Edda» stand in einem offenen Stall an der Stadtgrenze zwischen Oberhausen und Dinslaken.

So schildert sie den Vorfall der vergangenen Woche: Gegen 22 Uhr hörten Nachbarn einen lauten Knall. Ein Hobby-Jäger, der auf Wildschweinjagd war, habe auf einem Feld gestanden, etwa 60 Meter von dem Pferd entfernt. Von dort aus habe er geschossen.

Trotz der Dunkelheit sei die Sicht gut gewesen. «Man kann überall durchsehen, nichts ist verdeckt», sagt die Frau. Wie der Hobby-Jäger die hellblonde Stute mit einem Wildschwein verwechseln konnte, ist daher noch gänzlich unklar.

Ermittlungen zu erschossenem Pferd laufen

Der Schuss traf das Pferd offenbar am Unterkiefer. Der Hobby-Jäger soll sich daraufhin geweigert haben, dem Tier den Gnadenschuss zu geben, wirft ihm die Besitzerin vor. Erst ein viel später hinzugezogener Tierarzt habe das Tier erlöst. Das tote Pferd wurde inzwischen begraben.

Kreisjägerschaft will Fall nicht bewerten

Die Kreisjägerschaft Oberhausen will den konkreten Fall nicht bewerten. Sie weist aber darauf hin, dass sich ein Hobby-Jäger vor einem Schuss mehrfach vergewissern muss: Er muss klar sagen können, auf welches Tier er schiesst, die Sicht muss gut sein und das Tier muss mit einem Schuss getötet werden können. Gelingt dies nicht, muss der Hobby-Jäger das Tier durch einen Gnadenschuss von seinen Qualen erlösen.

Die Polizei Oberhausen und die Staatsanwaltschaft Duisburg ermitteln in dem Fall. Unter anderem haben die Ermittler am Stall in Oberhausen Fussspuren gesichert. Einzelheiten liegen bisher nicht vor.

Interessen-Gemeinschaft Wild beim Wild

Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern, die den Namen auch verdienen und gemäss einem Ehrenkodex handeln. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates. Die IG unterstützt wissenschaftliche Methoden der Immunokontrazeption für Wildtiere.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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