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Jagd

Europas grösste Jagdmesse: Ausverkauf der Natur

Europas grösste Jagdmesse „Jagd & Hund“ in Dortmund steht erneut im Zentrum von Kritik und Protest von internationalen Tierschutz- und Artenschutzorganisationen.

Redaktion Wild beim Wild — 22. Januar 2026
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Konkret richtet sich der Protest gegen das anhaltende Angebot von Trophäenjagdreisen, bei denen Wildtiere wie Elefanten, Löwen oder Eisbären gegen Bezahlung zum Abschuss freigegeben werden.

Laut PETA werden Elefantentötungen ab 18’000 Euro, Löwentötungen ab 12’000 Euro und Eisbärjagden ab 44’000 Euro angeboten, obwohl diese Angebote in Deutschland rechtlich nicht möglich wären, wenn sie hier durchgeführt würden.

Tierschutzorganisationen sehen in solchen Angeboten nicht nur ein moralisches Problem, sondern einen Ausdruck des globalen Artensterbens. Die Protestaktion vor der Messe zeigt Aktivistinnen und Aktivisten in dramatischer Inszenierung, um das Leiden der Tiere zu visualisieren und die Politik zum Handeln zu bewegen. PETA fordert den Veranstalter und die Stadt Dortmund auf, den Handel mit Jagdreisen auf der Messe zu stoppen und konkret ein Importverbot für Jagdtrophäen durchzusetzen.

Gezüchtet und abgeschossen: Die Gatterjagd auf Löwen als Spiegel des Problems

Parallel dazu hat die Artenschutzorganisation Pro Wildlife einen Bericht zur sogenannten Gatterjagd veröffentlicht. Im Zentrum stehen gezüchtete Löwenfarmen in Südafrika, auf denen mehr als 8’000 Tiere gehalten werden, deutlich mehr als wild lebende Löwen in freier Natur. Diese Tiere werden systematisch gezüchtet, oft unter schlechten Bedingungen, zuerst als Touristenattraktion genutzt und später als vermeintlich «preiswerte» Trophäen zum Abschuss angeboten.

Die Pro Wildlife-Expertin Dr. Mona Schweizer bezeichnet den Abschuss dieser Tiere als «grausamen Endpunkt einer lebenslangen Ausbeutung». Offizielle Zahlen zeigen, dass seit 2015 rund 87 Prozent der nach Deutschland importierten Löwentrophäen von solchen Zuchtlöwen stammen. Trotz der starken fachlichen Kritik bleibt der Import von Jagdtrophäen in Deutschland legal, ebenso wie die Vermarktung solcher Jagdreisen auf Messen wie der «Jagd und Hund».

Tierschutzrecht und moralische Dimension der Trophäenjagd

Aus jagdkritischer Perspektive steht die Trophäenjagd sinnbildlich für ein tiefgreifendes Versagen von Wildtierschutz und Ethik im Umgang mit Wildtieren. Die Vermarktung und der Preis von Abschüssen reduzieren hoch entwickelte, soziale Tiere wie Elefanten und Löwen auf Konsumgüter für zahlungskräftige Jagdtouristinnen und Jagdtouristen. Dieses Geschäft widerspricht nach Ansicht vieler Tierschutzverbände nicht nur dem deutschen Tierschutzgesetz, sondern auch grundlegenden Prinzipien des Artenschutzes.

Zudem zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Trophäenjagd nicht zum Schutz von Wildpopulationen beiträgt, sondern im Gegenteil genetisch gesunde und sozial wichtige Tiere bevorzugt trifft. Hobby-Jäger zielen oftmals gerade auf besonders grosse oder dominante Tiere, die für stabile Rudel- und Herdenstrukturen entscheidend sind.

Warum Freude am Töten kein harmloses Freizeitmotiv ist

Menschen, die Freude daran empfinden, Lebewesen zu töten und dafür zu bezahlen, zeigen aus psychologischer Sicht kein normales Freizeitverhalten. Dieses Verhalten widerspricht grundlegenden Mechanismen von Empathie, Mitgefühl und moralischer Hemmung, wie sie beim Grossteil psychisch gesunder Menschen vorhanden sind. Psychologisch handelt es sich um abweichendes Gewaltverhalten, auch wenn es politisch oder kulturell geduldet wird.

Freude am Töten ist ein klassisches Merkmal lustbasierter Gewalt. Der Gewaltakt selbst wirkt belohnend. Nicht das Ergebnis, nicht die Notwendigkeit, sondern das Töten. Das ist kein Randphänomen, sondern in der Gewaltpsychologie klar beschrieben.

Wer die Hobby-Jagd als Freude erlebt, zeigt eine psychologisch problematische Gewaltmotivation, die historisch und strukturell mit autoritären und entwertenden Ideologien verwandt ist.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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