Ein Abschuss des Sylter Goldschakals ist vorerst nicht erlaubt
Bevor die Jagd auf den Sylter Goldschakal richtig begonnen hat, wird sie vorläufig gestoppt. Ein Naturschutzverband hat sich an das Schleswiger Verwaltungsgericht gewandt.
Der Goldschakal, der Lämmer auf Sylt gerissen hat, darf vorerst nicht abgeschossen werden.
Einen entsprechenden sogenannten Hängebeschluss erliess das Schleswiger Verwaltungsgericht. Damit sei noch keine Entscheidung im Eilverfahren verbunden, sagte eine Sprecherin.
Ein Naturschutzverband hatte sich gegen die Ausnahmegenehmigung des Landesamts für Umwelt an das Gericht gewandt. Mit dem Hängebeschluss soll sichergestellt werden, dass vor einer Entscheidung in der Sache keine unumkehrbaren Tatsachen geschaffen werden. Jetzt müssten zunächst die Akten gesichtet werden.
Landesamt hatte artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt
Auf Sylt hatten Hobby-Jäger bereits mit der Suche nach dem Tier begonnen, das seit dem 19. Mai mindestens 90 Schafe und Lämmer getötet haben soll. Das Landesamt für Umwelt erteilte daraufhin eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zum Abschuss.
Der Goldschakal ist eine geschützte Art. Aus dem Südosten Europas sind Goldschakale in den Norden und Westen gewandert und inzwischen auch in mehreren Regionen Deutschlands vertreten.
NABU für «Entnahme», WWF dagegen
Der NABU teilte Anfang Juni die Einschätzung vom Kreisjägermeister, dass der zeitnahe Abschuss dieses Goldschakals nötig sei und stimmte der Jagd zu. Es sei, so stand es in der Stellungnahme des NABU, «aufgrund des unerwünschten Lernverhaltens dieses Goldschakals auch in Zukunft damit zu rechnen, dass das Tier ernste Schäden in den Schafbeständen auf der Insel Sylt anrichten wird.»
Die Naturschutzorganisation WWF kritisierte dagegen die zunächst erteilte Jagdgenehmigung für den Goldschakal auf Sylt. Es gäbe keine belastbare Forschung, dass der Goldschakal negativen Einfluss auf Bodenbrüter habe. Zudem sei unklar, ob es sich um eins oder mehrere Tiere handele. Ein Goldschakal kann laut Experten in der Regel drei bis fünf Junge werfen.
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