Hobby-Jagd in Deutschland: Auswirkungen auf Wildpopulationen
Die Jagdstrecken in Deutschland bleiben auf hohem Niveau. Doch die Hobby-Jägerschaft schafft es nicht, noch mehr Tiere zu töten. Eine Analyse.
Inzwischen hat der Deutsche Jagdverband die Jagdstrecken für Deutschland des Jagdjahres 2022-2023 für einzelne Wildtierarten veröffentlicht.
Obwohl diese deutschen Jagdstrecken auf hohem Niveau bleiben, lässt es sich daraus entnehmen, dass eine «Sättigung» erreicht ist und die Hobby-Jäger bei den meisten Wildtieren nicht schaffen, noch mehr von ihnen zu töten.
Füchse und Dachse: Jagdstrecken rückgängig
Bei den Füchsen gehen die Strecken – wenn auch langsam und mit bestimmten Fluktuationen – sogar zurück. Das Gleiche ist in der Schweiz zu beobachten, wo die Fuchsstrecke um über 35 % eingebrochen ist. Auf den hiesigen Pelzfellmärkten treffen sich nur noch Kranke, Gewalttäter oder Alkoholiker. Man sieht es an den Gesichtern der Hobby-Jäger an.
Bei den Dachsen gab es über viele Jahre einen stetigen Anstieg in Deutschland, aber seit drei Jahren ist auch dort eine Abnahme zu beobachten.
Vielleicht könnte dieses bei Füchsen und Dachsen an einer weniger werdenden Beliebtheit der Baujagd, die sehr aufwendig ist und spezielle Jagdhunde erfordert, liegen. In der Schweiz haben mehrere Kantone die Baujagd verboten. Aber bestimmt auch mit dem schlechten Ruf. Pelzfelle sind ein Symbol für Tierquälerei, das Hobby-Jäger produzieren.
Waschbären: Keine Explosion, sondern Stagnation
Für die Waschbären ist die Entwicklung etwas differenzierter zu betrachten.
Die Gesamtstrecken der Waschbären sind in den letzten vier Jagdjahren konstant hoch geblieben. Daher ist gerade anhand dieser Jagdstrecken jetzt nicht haltbar, was die Medien und Jagdverbände behaupten, nämlich eine explosionsartige Vermehrung der Waschbären. Wofür so oder so auch die Hobby-Jäger verantwortlich sind. Einer langjährigen wissenschaftlichen Studie in ostdeutschen Ökosystemen zufolge geht von Waschbären keine Gefahr für die Artenvielfalt aus. Sie ernähren sich überwiegend von Regenwürmern, Insekten oder Obst. Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass die Waschbär-Jagd die Reproduktion ankurbelt, dazu die Altersklassen und die Sozialstrukturen zerstört. Der Versuch Waschbären durch Bejagung zurückzudrängen, gilt inzwischen auch in Deutschland als aussichtslos und gescheitert.
In Brandenburg und in Sachsen-Anhalt waren in den letzten sechs Jahren die Jagdstrecken für Waschbären in etwa konstant, in Hessen gab es schon im 2012/2013 solche ähnlichen Streckenzahlen (29’149) wie im letzten Jagdjahr (30’427) und im Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen blieben die Waschbär-Strecken in den letzten vier Jahren annährend konstant.
Lediglich in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, und Schleswig-Holstein steigen die Strecken an, wenn auch auf einem niedrigen Niveau.
Rehe: Beliebte Fleischlieferanten der Hobby-Jägerschaft
Bei den Nutrias sind die Strecken endlich abfallend! Es war und ist absurd, die Nutrias für mögliche Schäden an Deichen und Ufern verantwortlich zu machen und daher deren Tötung als präventive Massnahmen zu rechtfertigen!
Man hat neulich erlebt, welche katastrophischen Bedingungen durch das Klima und durch die massiven Regenfälle in vielen Regionen Deutschlands entstanden sind.
Die am meisten bejagten Wildtiere bleiben die Rehe, die angeblich dem Wald schaden aber leider von den Hobby-Jägern beliebte Wildfleischlieferanten sind und deswegen werden von ihnen weit mehr als eine Million in Deutschland jährlich getötet.
Allerdings ist deren Vermehrung auch menschengemacht, da die Rehe im Winter von Hobby-Jägern massiv gefüttert werden und dadurch werden ihre natürlichen Lebensbedingungen mit den Todesursachen durch Futtermangel verändert. Man kann auch bei Wildzählungen feststellen, dass es bei vielen Füchsen weniger Rehe gebe, aber die werden ja unsinniger Weise von dem Hobby-Jäger auch zur Strecke gebracht.
Auf jeden Fall quält, stört und manipuliert der Hobby-Jäger die Fauna zum Schaden aller und schafft Leid für Wildtiere und Menschen.
Die heutige Hobby-Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, das ökologische Gleichgewicht, die natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag- zur Nachtaktivität, erhöhte Reproduktion bestimmter Tierarten, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in Hotspots, ökologisches Ungleichgewicht, lebenslanger gesundheitsschädigender psychischer und physischer Stress der Wildtiere, ungesundes Wildfleisch und vieles negative mehr.
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