5. April 2026, 17:58

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Jagd

Die Akte Mario Cavigelli: Politiker und Nutzniesser

Wie ein Baukartell in Graubünden funktionierte, wie Bauunternehmer, mutmasslich unter Duldung der Behörden, die öffentliche Hand und die privaten Bauherren während Jahrzehnten über Hunderte Millionen Franken betrogen haben sollen, war der grösste Fall von Preisabsprachen im Schweizer Baugewerbe.

Redaktion Wild beim Wild — 3. März 2024

110’000 Franken Ruhegehalt und neue Posten

Der ehemalige Bündner Baudirektor Mario Cavigelli (58, Mitte) will eineinhalb Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit Verwaltungsratspräsident einer Firma werden, die Produkte für den Strassenbau herstellt.

Catram heisst das Unternehmen, im Juni soll Cavigelli gewählt werden.

Cavigelli, der nach zwölf Dienstjahren in der Politik ein jährliches Ruhegehalt von 110’000 Franken vom Steuerzahler erhält, strebt nun das Verwaltungsratspräsidium der Catram AG an. Letztes Jahr wurde Cavigelli bereits Verwaltungsratspräsident bei der Rhätischen Bahn, wo ein Hobby-Jäger für ihn Platz machte. Bei Rhiienerige AG sitzt er ebenfalls im Verwaltungsrat.

Dies zeigt einerseits, dass die Ruhegehälter nicht mehr zeitgemäss sind und vor allem ist die anvisierte Position vor dem Hintergrund von Cavigellis Rolle im Bündner Bauskandal hochbrisant, findet die SVP Graubünden. Sie hat umgehend eine Volksinitiative lanciert: «Schluss mit goldenen Fallschirmen für Regierungsräte».

Der Skandal erschütterte die ganze Schweiz

Bündner Baufirmen hatten im grossen Stil Preisabsprachen getroffen. Sie entschieden, wer welches Projekt realisiert. Den Schaden hatte unter anderem die öffentliche Hand, die überhöhte Preise zahlte. Als Schlüsselfigur, die die Vergleichsverhandlungen zwischen dem Kanton und den beteiligten Firmen leitete, fungierte der damalige Baudirektor Mario Cavigelli. Jetzt beabsichtigt er, die Leitung eines Unternehmens zu übernehmen, das er als Regierungsrat beaufsichtigte. Solch ein Schritt wirft schwerwiegende Fragen bezüglich möglicher Interessenkonflikte auf und untermauert das Potenzial politischer Ämter als Sprungbrett für lukrative Positionen nach dem Amt.

Cavigelli und der Grosse Rat

Es gab seit Jahren Hinweise, dass falsche Gesinnungen aus dem Departement vom damaligen Mario Cavigelli Einfluss in allen Institutionen nahmen und diese auch kostenintensiv beschäftigten. Immer wieder wurden Strafanzeigen gegen das Departement von Mario Cavigelli eingereicht, insbesondere das Amt für Jagd und Blödsinn.

Als neutraler Beobachter kam man nicht darum herum, diktatorische, illegale, willkürliche sowie undemokratische Machenschaften in diesem von Mario Cavigelli geleiteten Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement festzustellen. Bündner Spezialitäten sozusagen.

Volksinitiative für ungültig erklärt

Im Februar 2015 hat der Grosse Rat in Graubünden eine Volksinitiative wegen der tierquälerischen Hobby-Jagd für ungültig erklärt.

Bei der Diskussion im Parlament waren diesen allerdings wichtige Informationen vorenthalten worden. Der damalige Regierungsrat Mario Cavigelli (CVP) hatte nämlich absichtlich nicht publik gemacht, dass das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Bern befand, die Initiative verstosse NICHT gegen übergeordnetes Recht.

Der Regierungsrat Mario Cavigelli hat dem Initiativkomitee, Steuerzahler usw. viel Ärger, Umtriebe und Kosten verursacht und die ganze Bevölkerung mutwillig getäuscht. Es steht ausser Zweifel, dass der Regierungsrat Mario Cavigelli (CVP) immer und immer wieder alle belogen hat.

Nun will er Präsident eines Unternehmens werden, dessen Eigentümer an Preisabsprachen beteiligt waren.

Mario Cavigelli bleibt seiner Linie treu und wird bestimmt auch dort alle seine Talente einbringen können.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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