15. Juni 2026, 16:57

Suchen

Umwelt & Naturschutz

Bürger in Sonvilier wollen definitiv keinen Windpark

Die bernjurassische Gemeinde Sonvilier hat sich erneut gegen den geplanten Windpark «Quatre Bornes» ausgesprochen. Die Stimmberechtigten schickten die Vorlage mit 309 zu 259 Stimmen bachab, wie die Gemeinde am 22.9.2024 mitteilte. Die Stimmbeteiligung lag bei 70,2 Prozent.

Redaktion Wild beim Wild — 27. September 2024

2020 war das Projekt mit nur vier Stimmen Unterschied abgelehnt worden.

Ein Bürgerkomitee setzte sich darauf mit einer Initiative für eine zweite Abstimmung ein: Nach der Energiekrise 2022 könnten manche Stimmberechtigte ihre Meinung geändert haben, hiess es. Das Bundesgericht gab grünes Licht für den neuen Urnengang.

6 Turbinen auf Berner Boden

Der Windpark war an der Grenze der Kantone Bern und Neuenburg geplant. Auf Berner Seite sollten sechs Windturbinen zu stehen kommen, auf Neuenburger Seite drei. Im Kanton Neuenburg sind Einsprachen gegen das Projekt hängig.

In Sonvilier rechneten die Befürworter im Abstimmungskampf vor, dass der Windpark der Gemeinde Mehreinnahmen von rund 200’000 Franken pro Jahr bescheren würde. Die Gegner warnten vor einer Verschandelung der Landschaft. Das Chasseralgebiet mit seinen typischen Weiden und Hügeln werde von vielen Besucherinnen und Besuchern als Erholungsort geschätzt.

«Konzentration auf Neuenburger Teil»

Die Idee des Windparks stammte von einheimischen Bauern. Sie finanzierten die ersten Studien im Jahr 2006 und holten auch den Energiekonzern Groupe E an Bord. Die Investitionen wurden auf rund 90 Millionen Franken veranschlagt. Als regionaler Investor stiess im Juli 2024 die Stromversorgerin und BKW-Tochter «La Goule» dazu.

Das Abstimmungsergebnis bedeute das Ende des bernischen Projektteils, teilten die Promotoren am Sonntag mit. Die Groupe E Greenwatt werde ihre Bemühungen nun auf die Realisierung des Neuenburger Teils des Parks konzentrieren. Das Genehmigungsverfahren befinde sich in der Endphase.

Die Stromversorgerin «La Goule» versicherte, sie respektiere den Volksentscheid. Ihr Bestreben, der Kundschaft mehr umwelt- und gesundheitsschädlichen Strom anzubieten, werde dadurch aber in keiner Weise in Frage gestellt.

In der Schweiz sind weit über 1’000 Windturbinen geplant, die Mehrheit davon im Wald oder am Waldrand. Zudem könnte es in Zukunft nicht mehr möglich sein, dass betroffene Gemeinden über Windparks abstimmen dürfen. Es es droht eine massive Abholzung unserer Schweizer Wälder im Namen des Klimaschutzes.

Aus diesen Gründen haben zwei Komitees die Waldschutz-Initiative und die Gemeindeschutz-Initiative lanciert. Bis im Juli 2025 müssen je 100’000 gültige Unterschriften gesammelt werden. Bereits sind je 25’000 Unterschriften gesammelt worden, die Hälfte davon ist beglaubigt. Vielen Dank an alle Sammlerinnen und Sammler!

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

LASS UNS IN VERBINDUNG BLEIBEN!

Wir möchten dir gerne die neuesten Neuigkeiten und Angebote im Newsletter zukommen lassen.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden