Arosa will sich von Feuerwerk entledigen
Ohne Knall und Spektakel: In der Gemeinde Arosa findet dieses Jahr am Nationalfeiertag kein traditionelles Feuerwerk statt. Grund dafür ist Bär Napa, der seit rund einer Woche in seinem neuen Zuhause im Bärenland weilt. Es gehe um das Wohlbefinden des Bären in seiner Eingewöhnungszeit, schreibt die «Südostschweiz» in einem Schreiben von Pascal Jenny, Kurdirektor und Präsident

Ohne Knall und Spektakel: In der Gemeinde Arosa findet dieses Jahr am Nationalfeiertag kein traditionelles Feuerwerk statt.
Grund dafür ist Bär Napa, der seit rund einer Woche in seinem neuen Zuhause im Bärenland weilt. Es gehe um das Wohlbefinden des Bären in seiner Eingewöhnungszeit, schreibt die «Südostschweiz» in einem Schreiben von Pascal Jenny, Kurdirektor und Präsident der Stiftung Arosa Bären.
Es sei ausserdem möglich, dass auch in den künftigen Jahren auf ein Feuerwerk zuliebe der Bären verzichtet werde.
Feuerwerk als Gefahr für Wildtiere
Immer mehr Menschen und Tiere fühlen sich von den Lärmemissionen, Feinstaub usw. gestört. Schon Stunden vor den Feierlichkeiten wie Jahreswechsel oder Nationalfeiertage beginnen viele Feierfreudige mit der Knallerei. Neben dem für Tiere ohrenbetäubenden Lärm kann auch der Geruch von gezündeten Feuerwerkskörpern einen Fluchtinstinkt auslösen.
Impulsartiger Lärm erschreckt neben dem Menschen ebenso Wildtiere. Als indirekte Folge können sich Unfälle ereignen, die auf unberechenbare Schreckreaktionen zurückzuführen sind. Zudem werden nach den Feuerwerken Haustiere oft tagelang vermisst.
Viele Tiere leiden während der Knallerei, weil sie ein viel sensibleres Gehör haben als der Mensch. Die Knallerei verursacht Schmerzen und oft übermässigen Stress und Panik, der besonders bei älteren Tieren bis zum Herzversagen führen kann. Auch Wildtiere werden extrem durch Feuerwerkslärm gestört. Wildtiere werden dabei zum Beispiel an die vielen negativen Erfahrungen mit Hobby-Jägern erinnert.
Grundsätzlich schreckt jedes hörfähige Wirbeltier bei ungewohntem Knall auf und kann, je nach Abstand zur Lärmquelle, einer Gehörgefährdung ausgesetzt sein. Je nach Tierart und Lärmform sind Folgen wie die Erhöhung der Aufmerksamkeit und der Herzfrequenz, Ausweichbewegungen bis zu Aborten, panische Flucht mit gelegentlichen Todesfolgen und die Vertreibung ganzer Populationen nachgewiesen.
Erste Ferienregion ohne traditionelles Feuerwerk
Der Verzicht auf das offizielle Feuerwerk bedeutet aber nicht, dass am 1. August keine Böller gezündet werden dürfen. Private haben alle Rechte. Dennoch möchte Jenny mit dem Verzicht in diesem Jahr eine grundsätzliche Diskussion anstossen: «Unabhängig von Napa fragen wir uns, ob ein Feuerwerk noch notwendig ist», schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung.
Deshalb sucht Arosa eine alternative Gestaltung für den Nationalfeiertag ab 2019 und fordert Gäste und Beteiligte dazu auf, der Gemeinde kreative Ideen zuzustellen. Dies, «um eine neue Tradition zu schaffen und mit Arosa vielleicht die erste feuerwerksfreie Region der Schweiz zu werden», heisst es weiter.
Wer einen Beitrag zum Tier-, Natur- und Umweltschutz leisten möchte und die Prioritäten richtig setzt, sollte auf Raketen und Feuerwerkskörper verzichten – das so gesparte Geld kann für sinnvollere Zwecke eingesetzt werden, empfiehlt die IG Wild beim Wild.
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