Zu viele Hobby-Jäger halten sich in den Aargauer Wäldern auf
Die ungebremste, 24-stündige Inanspruchnahme der Lebensräume der Wildtiere durch die Hobby-Jäger ist eine grosse Belastung. Die Öffentlichkeit und Politik sind sich dies zu wenig bewusst.
Warum drängen immer mehr Hobby-Jäger in den Wald?
Zu viele Gewalttäter glauben, sie könnten im Wald tun und lassen, was ihnen gefällt. Wie in einem rechtsfreien Raum.
Moderne Hobby-Jäger nutzen hoch entwickelte Ausrüstung wie Schallverstärkungsgeräte, Nachtsichtgeräte, Drohnen, Ferngläser, Wärmebildkameras, Geruchsbeseitiger, GPS-Tracker usw., um ihre Unfähigkeiten zu kompensieren. Diese Technologien ermöglichen es Hobby-Jägern, Wildtiere besser zu beobachten und effizienter zu jagen, weil kaum ein Hobby-Jäger in der Lage wäre, wie ein richtiger Jäger eines Naturvolkes Beute zu machen. Die Hobby-Jagd im 21. Jahrhundert ist unfairer geworden, wobei die Wildtiere die Leidtragenden sind.
Im Wald gilt ein Nachtjagdverbot, das die Wildschweine betrifft. Nicht aber für Fuchs, Dachs oder Marder. Hobby-Jäger haben kein Unrechtsgefühl, wenn sie mit modernster Technik oder mit ihren SUVs durch den Wald fahren, Abfälle wegwerfen oder mit Jagdhunden Lärm machen.
Es ist unglaublich, etwa mit dem Nachtsichtgerät zu beobachten, wie eine Bache (Wildsau) Ausschau hält, ihre Taktik ändert, Wege absichert und vorsorgt, dass ihre Jungen nicht in eine Falle tappen. So ein Tier zu erlegen, wird zu einer emotionalen Angelegenheit. Aber wir machen es natürlich trotzdem, so der abtretende Jagd-Aargau-Präsident Rainer Klöti in der Aargauer Zeitung im Mai 2025.
Ein Wildhüter in Genf hätte in dieser Situation die Leitbache nicht abgeschossen, weil er einfach besser ausgebildet ist als Rainer Klöti. Auch deswegen gibt es eine Wildschweinschwemme im Kanton Aargau.
In dem Durcheinander, in dem sich die Natur nach jahrzehntelanger Hege und Pflege derartiger Hobby-Jäger befindet, ist der Anteil der bedrohten Arten laut der UNO in keinem Land der Welt so gross, wie in der Schweiz. Die Freizeit-Jäger schaffen seit Jahrzehnten ein ökologisches Ungleichgewicht in der Kulturlandschaft mit teils dramatischen Folgen (Schutzwald, Krankheiten, landwirtschaftliche Schäden u. v. m.).
Allein die Hobby-Jagd produziert nachhaltig extrem ängstliche Wildtiere. Wildtiere wurden erst durch die Jagd scheu gemacht und nicht durch Freizeitaktivisten. Wildtiere mögen keine Hobby-Jäger. Auch Wildtiere können zwischen guten und schlechten Menschen unterscheiden. Der Hobby-Jäger ist das Feindbild, vor dem Wildtiere fliehen, um zu überleben. Nicht selten endet diese Flucht in einem Auto, führt zu unnatürlichen Tierkonzentrationen in den Wäldern oder in den Städten. Wildtiere sind ständig auf der Flucht, weil praktisch ohne Unterbrechung die Jagd auf eine Tierart ist.
Viele Menschen haben den Eindruck, dass es Fuchs, Reh, Hirsch, Hase usw. in der freien Natur gar nicht mehr gibt. Wie sollen sich die Kinder der Gegenwart in Zukunft richtig für die Natur einsetzen, wenn sie diese gar nicht mehr in dieser durch Jägerhand geschaffenen Unnatürlichkeit erleben können? Die Natur wird durch die Hobby-Jäger zu einer Montage degradiert, welche für den normalen Menschen und die Tiere eine gewaltige Minderung an Lebensqualität bedeutet. Hobby-Jäger und deren Schiessereien schaffen ein Klima und Energiefeld des Unwohlseins für Mensch und Tier in den Naturerholungsgebieten.
Die heutige Hobby-Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, das ökologische Gleichgewicht, die natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nachtaktivität, erhöhte Reproduktion bestimmter Tierarten, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in Hotspots, lebenslanger gesundheitsschädigender psychischer und physischer Stress der Wildtiere, ungesundes Wildfleisch und vieles negative mehr.
Hobby-Jäger verbreiten sowohl bei den Menschen als auch bei den Wildtieren unsägliches Leid, Terror und Elend. Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird von Jagdverbänden gefördert, hat unlängst ein Gericht in Bellinzona bestätigt. Wegen Hobby-Jägern leiden Wildtiere. Es gibt kein Jagdgesetz, das die Hobby-Jäger verpflichtet, auf die Niederjagd zu gehen oder auf Vögel wie Eichelhäher zu schiessen. Es gibt keine Abschussplanung für Fuchs, Dachs und Co. Das sind Märchen, welche Jagdpräsidenten und Hobby-Jäger gerne erzählen. Die vielen Begegnungen mit den rund 2’100 Hobby-Jagdausübenden im Kanton Aargau sind eine enorme Belastung in den Wäldern für die Wildtiere und Bevölkerung. Dafür gibt es kein Jagdgesetz, sondern es ist reines Versagen der Politik.
In der Schweiz gibt es jedes Jahr mehr menschliche Verletzte und Todesopfer durch die Risikogruppe Hobby-Jäger als durch islamische Terroristen, Sekten, Mafia, Wölfe und Rockerbanden zusammen.
Immer mehr Menschen fühlen sich durch die Hobby-Jagd im 21. Jahrhundert belästigt oder bedroht. Hobby-Jäger sind oftmals schiesswütige oder debile Alkoholiker im Rentenalter, Lustmörder, die aus lauter Freude Tiere töten und dafür auch noch bezahlen. Neu dazu kommt die Gen Z, die offline Erfahrung mit Gewalt sucht. Die Gen Z sind Digital Natives, die von frühester Jugend mit Internet, Spielkonsolen und sozialen Netzwerken vertraut sind. Jetzt wollen sie virtuelle mit Offline-Erfahrungen verbinden. Würden sich die jungen Leute von heute für Natur, Biodiversität oder gesundes Fleisch interessieren, ist jeder Jagdverein der denkbar ungünstigste Ort.
Wer den Jagdschein macht, erhält immer zweierlei: einen Schein fürs Töten und einen Schein fürs Verblöden. Viele Hobby-Jäger sind Waffennarren und in Schützenvereinen tätig. Hobby-Jäger begehen auffallend viele Gewaltdelikte, wobei nur die Spitze des Eisberges in den Medien erscheint. Ein Blick in die Jagdstatistik zeigt allerdings das ganze Ausmass der Gewaltkultur in diesem militanten Milieu.
Naturfreunde machen aktiv schöne Erlebnisse in der Natur, ohne Wildtiere zu exekutieren, damit sie sich wohlfühlen. Es gibt unzählige lobenswerte Menschen, welche die Natur auch nutzen, hegen und pflegen – nachhaltige, selbstlose Arbeit leisten bei der Feuerwehr, Zivilschutz, Tierschutz, Bergwaldprojekt, Trockenmauern erstellen, Biotope pflegen, Landdienste absolvieren, Rehkitzrettung, Wildtierstationen, usw. Keinem von denen käme es in den Sinn, dafür ein gewaltsames Opfer in der Form eines Lebewesens zu fordern, wie dies die Hobby-Jäger tun.
Wildtiere leben in ständiger Angst wegen der Hobby-Jäger. Insbesondere wenn sie real gejagt werden, produzieren sie Unmengen giftige Hormone, Adrenalin usw., welche sich im Fleisch zusammen mit den anderen bereits vorhandenen Giften und Schlacken vereinigen. Die Fleischhygiene bei den Hobby-Jägern entspricht keinen normalen Standards. Das Wildbret liegt oft stundenlang ohne Kühlung herum – ein fachgerechter Umgang nach den üblichen gesetzlichen Vorschriften ist nicht ersichtlich.
Was sagen die Behörden zu Wildfleisch? Verarbeitetes Wildfleisch sei wie Zigaretten, Asbest oder Arsen krebserregend, erklärt speziell die WHO.
Erlegtes Wild vom Hobby-Jäger ist grundsätzlich Aas und daher eigentlich nicht für den Verkauf sowie Konsum für normale Menschen statthaft. In Kanada ist der Verkauf von Wildfleisch, das von Hobby-Jägern erlegt wurde, in Supermärkten oder Restaurants in der Regel verboten.
Vorbild Kanton Genf
Für echte Hege genügt eine Handvoll Wildhüter, wie das Beispiel Genf oder ganze Länder mit einem Jagdverbot zeigen. Die Wildtiere wären keine Schiessbudenfiguren mehr für Menschen mit einer geringen ethischen Hygiene und psychologischen Problemen.
Vor dem Jagdverbot 1974 im Kanton Genf wurden rund 420 Hobby-Jagdpatente pro Jahr verkauft und 7 Garde-Faune waren aktiv.
Was früher also im Kanton Genf Hunderte Hobby-Jäger sinnfrei gemacht haben, erledigen heute ein gutes Dutzend Wildhüter, die sich zusammen 3 Vollzeitstellen teilen, nebst vielen anderen Aufgaben vorbildlicher. Aus dem Kanton Genf weiss man auch, dass nicht nur die Überwachung, Monitoring etc. der Hobby-Jäger eine enorme finanzielle Belastung war. Die Wildhüter kosten heute den Steuerzahlern an Lohnkosten eine Tasse Kaffee pro Jahr, und der Mehrwert an Biodiversität für die Bevölkerung ist gigantisch.
Es gibt Jahre, da werden im Kanton Genf zum Beispiel kein Rothirsch, Reh, Rotfuchs, Dachs, Marder, Feldhase, Eichelhäher usw. erschossen, laut der eidg. Jagdstatistik. Dies, weil es keine Jagdzeiten für Hobby-Jäger gibt, wie in den anderen Kantonen. Die Wildtiere haben im Kanton Genf in erster Linie eine ganzjährige Schonzeit. Viele Wildtiere sind für die Bevölkerung sichtbar und erlebbar, was wissenschaftlich erwiesen und wertvoll für die Gesundheit der Tiere und Menschen ist.
Sanitarische und therapeutische Abschüsse der Wildhüter in Genf sind nicht das Gleiche, wie eine dezimierende Bejagung anhand des Jägerlateins oder falsch verstandener Naturerfahrung. Hobby-Jagd bedeutet laut Biologen nicht zwangsläufig weniger Wildtiere, sondern mehr Geburten. Hobby-Jäger leisten bei einer genauen Analyse keinen “Frondienst” für die Öffentlichkeit und schon gar nicht für die Wildtiere. Die Hobby-Jäger würden keinen „Frondienst“ leisten, wenn sie nicht töten dürfen.
Vom Bundesrecht her muss kein Kanton in der Schweiz die Hobby-Jagd vorsehen. Es ist das Recht der Kantone, zu entscheiden, ob die Hobby-Jagd zugelassen wird oder nicht. Entscheidet sich ein Kanton gegen oder auch nur teilweise gegen die Hobby-Jagd, kann er dies laut Bundesverfassung frei tun. Der Kanton Genf hat sich längst für diesen vorbildlichen Weg entschieden. Viele Kantone verbieten heute schon örtlich die Hobby-Jagd anhand Jagdbanngebieten, Wildasyl usw.
Mehrwert:
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