Calanda: Wolf reguliert Hirschpopulation besser als Hobby-Jagd
Einmal mehr ist im Wolfsrudel-Gebiet am Calanda-Massiv bei Chur praktisch keine Nachjagd Ende Herbst notwendig. Eine Herausforderung bleiben Begegnungen zwischen Wolf und Mensch sowie Konflikte mit der Landwirtschaft. Letzte Woche präsentierte das Amt für Jagd und Blödsinn Graubünden, die Auswertung der ordentlichen Hochjagd. Wie schon seit Jahren stechen dabei die zwei Jagdregionen am Calandamassiv im
Wölfe helfen Hirschpopulation zu regulieren Bild Claudio Spadin / AJF GR
Einmal mehr ist im Wolfsrudel-Gebiet am Calanda-Massiv bei Chur praktisch keine Nachjagd Ende Herbst notwendig.
Eine Herausforderung bleiben Begegnungen zwischen Wolf und Mensch sowie Konflikte mit der Landwirtschaft.
Letzte Woche präsentierte das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden die Auswertung der ordentlichen Hochjagd. Wie schon seit Jahren stechen dabei die zwei Jagdregionen am Calandamassiv im Churer Rheintal heraus: Die Hirschpopulation kann dort weitestgehend mit der Hochjagd im September reguliert werden.
Auf die umstrittene Nachjagd im November und Dezember, die sogenannte Sonderjagd, kann jeweils verzichtet werden. Oder es sind ein paar wenige Abschüsse notwendig, wie dieses Jahr im äusseren Teil des Wolfsgebietes. In Graubünden stellt das Gebiet damit eine Ausnahme dar.
Wolfsrudel kontrolliert Hirschpopulation
Der Leiter des Amtes für Jagd und Fischerei, Georg Brosi, führt die günstige Situation auf die Anwesenheit des Wolfsrudels zurück. Seit sich das erste Rudel der Schweiz 2011 am Calanda bildete, ging dort die Zahl der Hirsche um ein Drittel zurück.
In der gleichen Zeit wuchs die Hirschpopulation im ganzen Kanton um 18 Prozent. Bei Rehen und Gämsen ist die Entwicklung vergleichbar, wenn auch nicht ganz so akzentuiert.
Besserer Wildregulator als die Hobby-Jagd
«Das ist der positivste Aspekt des Wolfsrudels, die Unterstützung beim Management von Hirsch, Reh und Gams», erklärt der oberste Bündner Wildhüter. Der Einfluss auf das sogenannte Schalenwild sei in dreifacher Hinsicht positiv.
Das hungrige Rudel dezimiere die gegenwärtig hohen Populationen, bewirke eine gleichmässigere Verteilung des Wildes im Gelände und verbessere mit seinem Jagdverhalten den Gesundheitszustand der Bestände.
Die Wölfe rissen in erster Linie kranke und schwache Tiere. «Das können sie besser als die Hobby-Jäger», sagt Brosi. Das Rudel sei ein besserer Wildregulator als die Hobby-Jagd. «Aus ökologischer Sicht ist der Wolf positiv zu werten.»
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Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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