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Tierquäler gesucht: Rehkitz die Schnauze zugeklebt

Unbekannte Tierquäler haben in Bodelshausen einem Rehkitz die Schnauze zugeklebt. Ein Rettungsversuch scheiterte: Am Montagabend war das Wildtier tot.

Redaktion Wild beim Wild — 27. Juli 2021

Einem Medienbericht zufolge wurde einem Rehkitz in Bodelshausen im Landkreis Tübingen die Schnauze mit Klebeband zugeklebt.

Kitz wäre verdurstet oder verhungert

Bürgerinnen und Bürger hatten das verletzte Tier am 20. Juni in einem Gartengrundstück im Schlehenweg entdeckt.

Im Zuge eines Rettungsversuchs wurde das Klebeband entfernt. Anschliessend wurde das Kitz bei einer Hecke nahe des Waldrandes abgesetzt, in der Hoffnung, dass die Mutter es wieder aufgreifen könnte. Das Jungtier war jedoch so geschwächt, dass es am folgenden Montagabend nicht weit entfernt tot aufgefunden wurde.

PETA lobte für Hinweise, die zur Ergreifung der Täterschaft führen, eine Belohnung von insgesamt 2’050 Euro aus.

Es ist erschreckend, wie häufig grausame Übergriffe auf Tiere verübt werden. In diesem brutalen Fall muss die Täterschaft schnellstmöglich gefunden werden. Wer scheinbar mit voller Absicht einem wehrlosen Wildtierkind die Schnauze mit Klebeband zuklebt, der schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück.

Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: «Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäterinnen und Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.»

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