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Tierwelt

Stahlmauern und Stacheldraht: Folgen für Wildtiere

Die zunehmenden Grenzen in Europa, wie die polnisch-belarussische Mauer, gefährden Wildtiere wie Wisente, weil sie ihre Wanderungen und Bewegungen stark einschränken.

Redaktion Wild beim Wild — 10. November 2024
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Zwischen 2014 und 2022 stieg die Länge der Grenzzäune in der EU rapide an, was gravierende Auswirkungen auf die Tierpopulationen hat.

Nach Angaben des Europäischen Parlaments hat sich die Länge der Zäune an den Aussen- und Binnengrenzen der EU zwischen 2014 und 2022 fast versiebenfacht, von 315 auf 2’048 Kilometer.

Unsichtbare Gefahr für Wildtiere

Experten warnen davor, dass diese Stahlmauern und Stacheldrahtzäune, die Menschen fernhalten sollen, auch erhebliche – und oft übersehene – Auswirkungen auf Tiere haben.

Weiter wird gewarnt, dass Wildtiere durch diese Barrieren verletzt werden können, während die Fragmentierung ihrer Lebensräume und die Abtrennung voneinander ihre Widerstandsfähigkeit verringern.

An den Grenzen zwischen Russland und der Mongolei oder zwischen Russland und China können Huftierherden während ihrer Wanderungen in grosser Zahl erdrückt werden, wenn sie gegen die Barriere gedrückt werden.

Auf dem afrikanischen Kontinent haben grossflächige Grenzzäune ein Massensterben von Pflanzenfressern verursacht, weil sie ihnen den Zugang zu Wasserquellen versperrten.

Der Białowieża-Wald als Beispiel

Besonders in Gebieten wie dem Białowieża-Wald haben physische Grenzen die Migration von Tieren behindert und ihr soziales Verhalten verändert. Diese Veränderungen können zu Konflikten mit Menschen führen, insbesondere wenn Tiere auf der Suche nach Nahrung in landwirtschaftliche Gebiete eindringen.

Der erhöhte Nationalismus und politische Spannungen in Europa haben zur Schaffung neuer undurchlässiger Grenzen geführt. Diese politischen Entscheidungen haben dazu geführt, dass Umweltverträglichkeitsprüfungen oft ignoriert werden. Experten schlagen vor, die Grenzen tierfreundlicher zu gestalten, doch es gibt Bedenken, dass dies nicht ausreicht, um die negativen Auswirkungen zu mindern. Funktionierende Wildtierkorridore sind essenziell für den Erhalt der Biodiversität.

Eine umfassende politische Lösung ist notwendig, um die Probleme sowohl für Menschen als auch für Tiere anzugehen.

Wenn ein Zaun einmal steht, ist es fast unmöglich, ihn wieder loszuwerden. Politiker lieben grosse Zäune, weil sie klar abgrenzen, was auf der einen Seite passiert und was auf der anderen.

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