Jagdstatistik 2022: 74’124 Wildtiere getötet
Rund 14'000 Hobby-Jäger in der Schweiz haben im Jagdjahr 2022/23 offiziell 74'124 Wildtiere getötet. Ein Überblick über die Abschusszahlen und Trends.
74’124 Wildtiere auf der Hochjagd erlegt
Das Jagdjahr dauert in den meisten Kantonen vom 1. April bis zum 31. März des Folgejahres.
Rund 14’000 Hobby-Jäger in der Schweiz haben im Jagdjahr 2022/23 gemäss Statistik offiziell 74’124 jagdbare Huftiere auf der Hochjagd erlegt.
Dazu haben rund 10’000 Hobby-Jäger auf der Niederjagd 18’943 Beutegreifer wie Baummarder, Steinmarder, Dachs oder Rotfuchs zum Spass erschossen.
Fuchsjagd verstösst gegen Tierschutzgesetz

Jede Fuchsjagd in der Schweiz ist ein klarer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz, weil es am vernünftigen Grund mangelt. Es gibt seit mehr als 30 Jahren mindestens 18 wildbiologische Studien, die beweisen: Fuchsjagd reguliert nicht und taugt auch nicht zur Seuchenbekämpfung.
Feldhasen, obwohl gefährdet, wurden 1’600 abgeschossen. Das Alpenschneehuhn ist als geschützte Art gelistet und gilt in der Schweiz als potentiell gefährdet. Dennoch haben Hobby-Jäger 319 Schneehühner erschossen.
Wildhüter versus Hobby-Jäger
Im Kanton Genf, wo die Bevölkerung schon 1974 ein fortschrittliches Wildtiermanagement eingeführt hat, wurden 207 Wildschweine und 21 Rehe abgeschossen. Dazu 4 Dachse und 10 Rotfüchse.
Vor dem Jagdverbot für Hobby-Jäger in Genf wurden pro Jahr über 400 Jagdpatente verkauft. 3 Vollzeitstellen sind heute nötig für die Regulation und Prävention, was ein enormer Gewinn für die Biodiversität bedeutet, die auch wissenschaftlich belegt und sichtbar ist. Insgesamt muss der Kanton Genf rund eine Millionen Franken inkl. Wildschäden pro Jahr für das Wildtiermanagement aufbringen, das entspricht einer Tasse Kaffee pro Einwohner.
Vergleicht man die Kantone Schaffhausen und Genf ergibt sich ein viel blutigeres Bild mit den 805 männlichen Hobby-Jägern: 109 Dachse und 175 Rotfüchse bei den Beutegreifern und 1’772 Abschüsse bei den jagdbaren Huftieren. Die Schadenszahlen für Wildschweine im Kanton Genf sind im langjährigen Durchschnitt vergleichbar mit denen von Schaffhausen, obwohl in Schaffhausen die Hobby-Jagd erlaubt ist.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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